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Reduzierung und Veränderung des Veräußerungsgewinns durch Teilwertzu- und abschreibungen


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 08.12.2010

Frage:

Habe ein Grundstück das vorher vermietet war seit 2008 in meinem Gewerbebetrieb genutzt und somit in 2008 ins Betriebsvermögen eingelegt. Der Einlagewert (Teilwert) wurde von mir beim Notar auf 160.000 € grob geschätzt. Jetzt, im Jahre 2010, habe ich das Grundstück für 210.000 € verkauft. Meine grobe Schätzung aus 2008 war also offensichtlich zu niedrig zumal die Grundstückspreise sich in den beiden Jahren nicht verändert haben und auch sonst keine Investitionen an diesem Objekt durchgeführt wurden.
Das Jahr 2008 ist rechtskräftig beim Finanzamt veranlagt. Habe ich die Möglichkeit den Bilanzansatz von 2008 oder 2009 zu ändern bzw. zu berichtigen, der ja offensichtlich falsch war, damit letztlich mein Veräußerungsgewinn aus dem Jahr 2010 reduziert wird?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

ich möchte zunächst darauf hinweisen, dass im gewerblichen Bereich Steuerbescheide vielfach unter den sog. Vorbehalt der Nachprüfung gem. § 164 AO gestellt werden. In diesem, in der Praxis sehr häufigen Fall, ist eine Korrektur des in 2008 unrichtigen Bilanzansatzes durch Antrag und Bilanzberichtigung des Steuerpflichtigen gem. § 164 Abs. 2 Satz 2 AO jederzeit möglich.

Sofern demgegenüber der Steuerbescheid 2008 nicht unter den Vorbehalt der Nachprüfung gem. § 164 AO gestellt worden sein sollte, wäre eine Änderung des Bilanzansatzes 2008 nur unter den Voraussetzungen der §§ 172ff. AO denkbar.

Gem. Ziffer 1.3 zu § 173 Anwendungserlass zur AO (AEAO) kommt eine Änderung nach § 173 Abs. 1 AO nicht in Betracht, da der Verkauf in 2010 bei Erlass des Steuerbescheides für 2008 noch nicht bekannt/vorhersehbar war, so auch BFH-Urteil vom 26.07.1984 – Az.: IV R 10/83 - BStBl II, S. 786.

Auch wenn die Frage der Bilanzänderung 2008 im AEAO nicht konkret geregelt ist und mir auch kein BFH-Urteil zu Ihrem Fall bekannt ist, möchte ich Ihnen empfehlen, sich auf § 175 Abs. 1 Nr. 2 AO zu berufen. Denn die Tatsache der Kaufpreiserzielung in 2010 in Höhe von 210 TEUR ist erst nach dem Zeitpunkt der Steuerfestsetzung 2008 entstanden. Zusammen mit Ihrer Argumentation, dass die Grundstückspreise sich in den beiden Jahren nicht verändert haben und auch sonst keine Investitionen an diesem Objekt durchgeführt wurden, belegt die Kaufpreiserzielung in 2010 in Höhe von 210 TEUR, dass keine weiteren Kriterien ersichtlich sind, weshalb der Teilwert in 2008 nicht exakt den in 2010 erzielten Kaufpreis betragen haben soll.

Wenn das Finanzamt dieser Argumentation folgt, dass also die Grundstückspreise sich in den beiden Jahren nicht verändert haben, auch sonst keine Investitionen an diesem Objekt durchgeführt wurden und keine sonstigen wertsteigernden Merkmale ersichtlich sind, sind die Voraussetzungen für die Bilanzberichtigung 2008 infolge der Kaufpreiserzielung in 2010 gem. § 175 Abs. 1 Nr. 2 als rückwirkendes Ereignis erfüllt.

Selbst wenn das Finanzamt aber einem derart unmittelbaren Zusammenhang zwischen Kaufpreiserzielung in 2010 und Wertansatz in 2008 nicht folgen sollte, können Sie selbstverständlich die noch nicht bestandskräftigen Bilanzen, also 2009 und 2010, durch Teilwertzuschreibung ändern und hierdurch in der Praxis eine Reduzierung des Veräußerungsgewinns 2010 bewirken.
Denn ein falscher Bilanzansatz ist in der Schlussbilanz des ersten noch nicht festsetzungsverjährten Jahres erfolgswirksam richtig zu stellen.



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