Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Eintritt der gesetzlichen Erbfolge - Kann man sich gegen eine Erbengemeinschaft wehren?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Wolfgang Philipp
Stand: 06.12.2010

Frage:

Am 3.7.2010 ist mein Vater gestorben.
Am 4.12.2010 erhielt ich vom Amtsgericht/Nachlassgericht die Mitteilung, dass meine Mutter die Erteilung eines gemeinschaftlichen Erbschein beantragt hat:
Meine Mutter zu ½ Anteil – mein Bruder und ich zu je ¼ Anteil.
Zur Vererbung gelangt ein Einfamilienhaus, ein Garten (außenliegend), ein Acker.
Kenntnis von Schulden, Bankkonten oder sonstigem Vermögen habe ich nicht.
Es besteht der begründete Verdacht, dass meine Verwandten zu meinem Nachteil handeln wollen!
Kann ich die Erteilung des Erbscheins verhindern? – verzögern? – wie lange? – mit welcher Begründung?
Sollte es zur Ausstellung des gemeinschaftlichen Erbscheins kommen, kann meine Mutter ihren ½ Anteil verschenken?- verkaufen?- beleihen?
Welche Nachteile können mir entstehen?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

aufgrund Ihrer Fragestellung gehe davon aus, dass hier von Ihrem Vater kein Testament errichtet worden ist, sondern die gesetzliche Erbfolge eingetreten ist. Einwendungen gegen den gemeinschaftlichen Erbschein können mit vernünftigen Gründen nicht erhoben werden, da der Antrag auf Erteilung eines gemeinschaftlichen Erbscheins offensichtlich vollständig der Rechtslage entspricht. Gegen die Erteilung des Erbscheins können nur Einwände dahingehend vorgebracht werden, dass er nicht der tatsächlichen erbrechtlichen Lage entspricht. Derartige Einwendungen wird das Nachlassgericht mit Sicherheit sofort zurückweisen, so dass kein signifikanter Zeitgewinn erreicht wird, sondern allenfalls vermeidbare Gerichtskosten anfallen werden. Es hat also keinen Sinn, gegen die Beantragung und Erteilung des Erbscheins vorzugehen.

Die Erteilung des Erbscheins kann also mit sinnvollen Gründen nicht verhindert werden, da der in Aussicht genommene Erbschein offensichtlich der Sach- und Rechtslage entspricht. Es ist aus hiesiger Sicht auch wenig wahrscheinlich, dass der in Aussicht genommene Erbschein dazu dienen kann, Ihnen Nachteile zuzufügen. Der zu erteilende Erbschein ist Grundlage dafür, dass hinsichtlich der Immobilien eine der Rechtslage entsprechende Fortschreibung des Grundbuches erfolgt. Sobald Erbschein erteilt ist, ist das Grundbuchamt gehalten, eine Berichtigung des Grundbuchstandes dahin vorzunehmen, dass Sie und Ihre Angehörigen im Grundbuch nach Maßgabe des Erbscheins als Erbengemeinschaft eingetragen werden, was zunächst auch Ihre Rechtsstellung als Miterbe an den Immobilien sichert.

Leider teilen Sie nicht mit, worin Ihr Verdacht besteht, dass Ihre Verwandten zu Ihrem Nachteil handeln wollen. Die Erteilung des Erscheinens jedenfalls kann von Ihnen nicht in sinnvoller Weise verzögert oder aufgehalten werden. Aufgrund der Erteilung des Erbscheins entsteht eine so genannte Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft ist dem Grunde nach stets darauf ausgerichtet, dass sie einander gesetzt wird. Ein Miterbe, hier konkret möglicherweise Ihre Mutter, kann nicht über einen einzelnen Gegenstand des Nachlasses verfügen (z.B. ihren Anteil an einem Grundstück), sie kann nur über ihren Anteil am Nachlass insgesamt verfügen. Diese Verfügung muss notariell beurkundet werden. Ihre Mutter könnte also allenfalls ihren Halbanteil am gesamten Erbe verschenken. Sie kann auch verkaufen, in diesem Fall hätten Sie jedoch ein gesetzliches Vorkaufsrecht. Da zum Erbe erkennbar auch Immobilien gehören, müsste im Verkaufsfall der beurkundende Notar dafür Sorge tragen, dass sie Gelegenheit erhalten, das Vorkaufsrecht auszuüben. Eine Beleihung des Erbanteils ist wenig wahrscheinlich, der üblicherweise Banken kennen keine Erbanteile beleihen, sondern nur einzelne Gegenstände, insbesondere Immobilien. Die Beleihung der Immobilien würde aber ihre Zustimmung erforderlich machen.

Der Antrag auf Erteilung eines gemeinschaftlichen Erbteils hat für sie keine Nachteile, sondern eher sogar Vorteile, weil die Folge der Erteilung des Erbscheins ist, dass hinsichtlich der vorhandenen Immobilien das Grundbuchamt von Amts wegen die Rechtsänderung im Grundbuch dahingehend einzutragen hat, dass anstelle Ihres verstorbenen Vaters nunmehr Ihre Mutter und Sie und Ihr Bruder Eigentümer in Erbengemeinschaft sind. Nachteile durch die Erteilung des gemeinschaftlichen Erbscheins entstehen gerade nicht, sondern vielmehr wird dadurch Ihre Rechtsstellung im Hinblick auf das Erbe sicher gestellt.

Aus Ihrer Fragestellung kann ich entnehmen, dass sie keinerlei Kenntnis über den Bestand des Nachlasses haben, soweit hiervon nicht Immobilien betroffen sind. Kenntnis über den Bestand des Nachlasses, also eventuell vorhandene Schulden, Bankkonten und sonstiges Vermögen können Sie dadurch erlangen, dass Sie beim Nachlassgericht Einsicht in die Nachlassakte nehmen, um festzustellen, welche Angaben von Ihren Angehörigen dort vorgenommen worden sind. Sie haben gegenüber den Angehörigen auch einen Anspruch auf Erteilung einer Auskunft über den Bestand des Nachlasses, das heißt über alles, was Ihr Vater hinterlassen hat. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Auskünfte kann gegebenenfalls dadurch erzwungen werden, dass sie von den Miterben die Vorlage eines Nachlassverzeichnisses fordern, welches auf Verlangen gegebenenfalls durch eidesstattliche Versicherung zu bestätigen ist.

Um überhaupt einen Überblick über möglicherweise weiter vorhandene Nachlassgegenstände, beziehungsweise Forderungen, wie Bankguthaben, Lebensversicherung etc. zu gewinnen, würde ich empfehlen, zunächst Akteneinsicht in die Nachlassakte beim zuständigen Nachlassgericht nehmen zu lassen. Die Akteneinsicht kann von Ihnen entweder persönlich auf dem Nachlassgericht erfolgen oder bei entsprechender Entfernung durch Übersendung an einen anwaltlichen Bevollmächtigten.

Wenn Sie weiterhin annehmen, dass zu befürchten ist, dass ihre Angehörigen Sie um Ihr Erbteil ganz oder teilweise prellen wollen, stelle ich anheim, dass Sie mir mitteilen, worauf sich diese Annahme konkret stützt. Einwendungen gegen die Erteilung des Erbscheins sind aus den oben genannten Gründen weder erfolgversprechend, noch sinnvoll, sondern allenfalls geeignet, Ihnen unnötige Kosten zu verursachen.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Erbteil

Berechnung des Ausgleichs in Erbschaftsangelegenheit | Stand: 23.04.2014

FRAGE: Die Erblasserin setzt Sohn und Tochter zu gleichen Teilen als Erben ein. Sie verfügt im Testament, dass eine 1984/85 erbrachte Schenkung über DM 40000,00 an den Sohn durch diesen auszugleiche...

ANTWORT: Im Ergebnis wird der Inflationsausgleich auf die Summe der Zuwendung aufgeschlagen. Der Inflationsausgleich wird durch Multiplikation bzw. Division mit den entsprechenden Koeffizienten aus dem Lebenshaltungsinde ...weiter lesen

Anteil für Wohnung und Geld nach Erbe | Stand: 05.12.2013

FRAGE: Meine Mutter starb im Januar 2013 im Alter von 90 Jahren.H. ist der eheliche Sohn, ich R. der uneheliche Sohn geboren 1942Testament unserer Mutter vom Jahre 2006 - Die Wohnung und das Bargeld bekommt HTestamen...

ANTWORT: Ich möchte vorab drauf hinweisen, dass die nachfolgenden Ausführungen bzw. Schlussfolgerungen natürlich nur Vermutungen darstellen können, wie die Testamente Ihrer Mutter zu bewerte ...weiter lesen

Wann steht der Pflichtteil bei Erbe zu? | Stand: 23.09.2012

FRAGE: Meine Frau und ich leben im ges. Güterstand und haben keine Kinder. Wir haben uns im Testament als gegenseitige Erben eingesetzt. Die Eltern meinerseits sind schon tot, bei meiner Frau lebt nur noc...

ANTWORT: Der Text des § 2303 BGB ist ebenso klar wie erschöpfend: Pflichtteilsberechtigt sind ausschließlich eigene Abkömmlinge, der Ehegatte und (lebende) Eltern. Andere Personen sind grundsätzlic ...weiter lesen

Welchem Teil steht dem Sohn des verstorbenen Erben beim Erbe zu ? | Stand: 05.07.2011

FRAGE: Meine Mutter ist im April verstorben.Als Erbmasse stehen ca. 50.000,-- Euro zur VerfügungAls Erben sind wir 3 Söhne1 Sohn ist vor ca: 6 Jahren verstorben und einen Sohn seine Ehe ist vor ca...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Maßgeblich für die Erbansprüche des Sohnes Ihres verstorbenen Bruders ist der Erbvertrag aus dem Jahr 1991.Der ältere Erbvertrag aus dem Jahr 1973 wurde durc ...weiter lesen

Was passiert wenn der Erbe vor dem Erblasser verstirbt ? | Stand: 21.01.2011

FRAGE: Eine Tante ( Ehemann vor 30 Jahren verstorben, keine Kinder, 90 Jahre alt )setzte meinen Ehemann mit handschriftlich verfasstem Testament vor ca. 20 Jahren als Erben ein. Er ist der Neffe der Tante.Wa...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,ihre Frage beantworte ich wie folgt:Aus Ihrer Fragestellung schließe ich, dass die Tante Ihres Ehemanns in ihrem Testament für den Wegfall Ihres Ehemanns keinen Ersatzerbe ...weiter lesen

Erbrechtliche Ansprüche der Kinder aus einer Schenkung | Stand: 08.01.2011

FRAGE: Meine Frau und ich haben gemeinsam ein Haus gekauft (1986) und ich habe meinen Anteil meiner Frau geschenkt. Notariell beglaubigt. Frage: Ich habe 2 unterhaltsberechtigte Kinder in der Zeit gehabt. Kan...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Ihre Frage beantworte ich wie folgt:Da Sie berichten, dass die schenkweise Übertragung Ihres Anteils an der Immobilie durch notarielle Vereinbarung erfolgte, ist davon auszugehen ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
Interessante Beiträge zu Erbteil

Enterben: Wie man seine Erben so richtig über den Tisch zieht
| Stand: 08.02.2016

Wenn es ans Sterben geht, dann kann man, juristisch vollkommen legal, seinen Erben noch einmal so richtig etwas auswischen. Hier nur kurz zu den Grundzügen: Testamentarische Enterbung Wer seine gesetzlichen Erben wirklich ...weiter lesen

Anrechnung von Vorausleistungen auf den Erbteil
| Stand: 27.11.2012

Häufig tritt zwischen Erben die Frage auf, ob Zuwendungen, die der Erblasser vor seinem Tode getätigt hatte, auf die Erbteile anrechenbar sind. Die Grundzüge zur Frage der Anrechenbarkeit bzw. des Ausgleichs ...weiter lesen

Teilweiser Erbverzicht
Nürnberg (D-AH) - Alles oder nichts: In einen Erbverzicht nur ganz bestimmte Gegenstände einzubeziehen, ist rechtlich nicht zulässig. Zwar ist bei Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften auch ein beschränkter Erbverzicht ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.852 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 29.03.2017
Danke! Wenn man ein rechtliches Problem hat möchte man gerne sofort seine Chncen und Risiken kennen. Ich kenne keine anderen Anwalt bei dem das schneller geht eine erste Einschätzung zu bekommen! Danke Dass es Euch gibt!

   | Stand: 28.03.2017
RA Andreas Wegener ist ein kompetenter und freundlicher Anwalt - sehr empfehlenswert! Die Anwaltshotline ist ein guter Service, den ich schon häufig und gerne genutzt habe, um schnell und unkompliziert kompetente Antworten auf kinifflige Fragen zu bekommen.

   | Stand: 28.03.2017
ich finde diese Einrichtung sehr sehr hilfreich - gerade wenn man nicht so recht weiß, wohin man sich wenden kann Vielen Dank nochmals

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Erbrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Angehörige | Anwachsung | Erbanfall | Erbanspruch | Erbanteil | Erben | Erben und Vererben | Erbfolge | Erbmasse | Erbschaftsgegenstand | Erbschaftsrechner | Nachlass | Nachlassregelung | Nachlassverbindlichkeiten | Nachlassverwaltung | Pflichtteil | Realteilung

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen