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Berechnung des Arbeitslosengeldes bei freiwilliger Weiterversicherung

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 03.09.2010

Frage:

Im Moment erhalte ich 591.--€ Arbeitslosengeld nach einer Zeit der freiwilligen Weiterversicherung vom 12.4.2007 - 10.05.2010 und einer Bezugsgröße von 2135,00 € mit einem Monatsbeitrag von 14,95 €.
Man hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß das ALG I zu gering ist.
Mein erlernter Beruf ist Stenotypistin (FA f. Schreibtechnik 1975 DDR)

Ich bitte um Mitteilung, ob dieser ALG I Betrag rechtens ist.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

die Berechnung des Arbeitslosengeldes nach einer freiwilligen Weiterversicherung (§ 28a SGB III) knüpft nicht an den bisherigen Verdienst an, sondern wird nach § 132 SGB III fiktiv berechnet.

Diese Berechnung knüpft an eine Qualifikationsgruppe an, die der beruflichen Qualifikation entspricht, die für die Beschäftigung erforderlich ist, auf die die Agentur für Arbeit die Vermittlungsbemühungen für den Arbeitslosen in erster Linie zu erstrecken hat.

Dazu sieht das Gesetz 4 Qualifikationsstufen vor (Stufe 3: abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf; Stufe 4: ohne abgeschlossen Ausbildung).

Nacd den von Ihnen vorgelegten Zahlen ist davon auszugehen, dass die Agentur für Arbeit Sie der Stufe 4 (ohne Ausbildung) zugeordnet hat. Von der Richtigkeit der rechnungsmäßigen Ermittlung des Arbeitslosengeldes selbst können Sie im Regelfall ausgehen, da diese EDV-gestützt und nicht per Hand erfolgt. Der Betrag von 591 € entspricht auch rechnungsmäßig durchaus der Stufe 4.

Maßgeblich ist nun aber nicht allein, ob der Arbeitslose einen Berufsabschluss hat. Entscheidend ist vielmehr, ob für die Berufe in die nun eine Vermittlung erfolgen soll, ein solcher Ausbildungsabschluss erforderlich ist. Insbesondere in den Fällen, in denen das Erreichen eines Ausbildungsabschlusses schon viele Jahre zurückliegt und in denen seit geraumer Zeit nicht mehr in dem erlernten Beruf gearbeitet worden ist, kann eine Vermittlung in den früher erlernten Beruf häufig nicht mehr erfolgen.

Ich vermute, dass diese Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen. Ihr Ausbildungsabschluss liegt in jedem Fall weit zurück und die in den 70ger Jahren vermittelten Fähigkeiten werden heute für eine qualifizierte Bürotätigkeit auf Grund der neuen Technologien nicht mehr ausreichen. Wenn Sie also in den letzten Jahren nicht fachnah tätig waren, dürfte es schwer fallen auf den alten Ausbildungsabschluss zurückgreifen zu können.



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