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Wie berechnet sich Arbeitslosengeld 1?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 19.08.2010

Frage:

Folgendes Problem: unser Sohn war bis zum 26.02.2010 in einem versicherungspflichtigen Lehrverhältnis (erfolgreich abgeschlossen), ab dem 27.02.2010 bis zum 07.03.2010 arbeitslos gemeldet. Danach vom 08.03.2010 bis zum 31.07.2010 in einem versicherungspflichtigen AV beschäftigt. Ab 01.08.2010 wieder arbeitslos gemeldet. Nunmehr bekommt er als erfüllte Anwartschaftszeit nur die letzten 12 Monate der Lehrzeit zugebilligt, wobei natürlich nur ein geringes ALG heraus springt. Ist diese Berechnungsgrundlage des AA richtig?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich berechnet sich das Arbeitslosengeld 1 nach dem in den letzten 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit erzielten durchschnittlichen Arbeitsentgelts. Sofern in den zurückliegenden 12 Monaten nicht mindestens 150 Tage sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, wird der Bemessungszeitraum auf zwei Jahre ausgedehnt, § 130 Absatz 3 Satz 1 Nr. 1 SGB III.
Die Arbeitsagentur setzt daher zunächst den Bemessungszeitraum fest, nach dem das frühere durchschnittliche Bruttogehalt ermittelt wird. In der Regel umfasst der Zeitraum die Arbeitstage im vergangenen Jahr vor der Arbeitslosigkeit.
Es wäre daher zu prüfen, ob ausgehend vom 01.08.2010 in den zwölf davor liegenden Monaten mindestens 150 Tage versicherungspflichtige Beschäftigung vorlagen. Wenn dies der Fall ist, wird das versicherungspflichtige Einkommen (Bruttolohn oder Bruttogehalt) aus den Tätigkeiten des Bemessungszeitraums zusammen gerechnet und durch die Arbeitstage geteilt.

In Ihrem Fall müßte daher sowohl das Gehalt aus der Anstellung und das aus dem Ausbildungsverhältnis erzielte Einkommen zusammen gerechnet und durch die Tage der versicherungspflichtigen Tätigkeit geteilt werden. Somit ergäbe sich für Ihren Sohn ein etwas höheres Arbeitslosengeld, da das Anstellungsverhältnis zu ca. 5/12 des vorangegangenen Jahres bestand. Der dann für einen Kalendertag ermittelte Betrag wird mit 30 multipliziert und ergibt so das monatliche Arbeitslosengeld.
Sollte Ihr Sohn außerdem Gratifikationen, Urlaubsgeld u.ä. Einmalzahlungen bezogen haben; auch diese fließen in die Berechnung ein.
Nicht richtig ist leider die pauschale Aussage, dass sich das Arbeitslosengeld aus dem zuletzt bezogenen Arbeitsentgelt berechnet.
Die für die Berechnung und den Bemessungszeitraum relevanten Vorschriften sind die §§ 130 u. 131 SGB III.



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Dem RA war es wichtig, einen Satz in gutem Rechtsdeutsch für uns zu formulieren. Diesen werden wir im nächsten Schriftverkehr mit der Gegenpartei verwenden. Vielen Dank!

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