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Voraussetzungen zur Durchführung einer Adoption


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Riedel
Stand: 03.08.2010

Frage:

Folgender Sachverhalt:

Ich bin der leibliche Vater eines achtzehnjährigen Jungen. Zum Zeitpunkt der Erzeugung war die Mutter meines Sohnes noch mit einem anderen Mann verheiratet. Mittlerweile ist sie geschieden. Ich hingegen lebe getrennt und in Scheidung mit einer anderen Frau.

Nun möchte ich meinen Sohn adoptieren. Lebe auch mit seiner Mutter in einer häuslichen Gemeinschaft. (Lebenspartnerschaft)

Folgende Fragen:

1. Ist die Adoption möglich?
2. Habe ich für die Abwicklung einen örtlichen Anwalt einzuschalten, oder reicht ein Notar?
3. Mit welchen Gesamtkosten habe ich zu rechnen?
4. Kann mein Sohn, der ja einen anderen Familiennamen trägt, meinen Nachnamen annehmen? (Das ist ihm besonders wichtig)
5. Ist nach der Adoption die gesetzliche Erbfolge automatisch geregelt?
6. Muss meine Nochehefrau (sie lebt im Ausland) der Adoption zustimmen? Bzw. wer muss dem gesetzlich zustimmen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

1. Ist die Adoption möglich?

Selbstverständlich ist hier die Adoption möglich. Es handelt sich um die Adoption eines Erwachsenen. Einen Rechtsanwalt müssen Sie hierzu nicht zwingend beauftragen, dies kann allein durch einen Notar geregelt werden.

Der Notar wird hierzu einen Vertrag entwerfen und neben der Adoption auch eine umfassende Aufklärung über die mit der Adoption verbundenen Rechte beifügen.

Nach Abschluss des notariellen Vertrages wird gemäß § 1768 BGB ein Antrag beim örtlich zuständigen Amtsgericht gestellt, die Adoption zu beschließen. Wenn das Gericht zu der Auffassung gelangt, dass zwischen den Beteiligten tatsächlich ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist, wird der Beschluss gefasst werden.

Einschlägige Vorschriften hierzu sind die §§ 1767 – 1770 BGB.

Nach Beschluss des Gerichts über die Adoption erfolgt eine Mitteilung an an das Geburtsstandesamt. Dort wird ein sogenannter Randvermerk zum Geburtseintrag des Adoptierten gefertigt; in der Geburtsurkunde sind nun die Adoptiveltern vermerkt. In der Abstammungsurkunde bleiben es in der Regel die leiblichen Eltern. Letztere Urkunde kann bei einer künftigen Hochzeit Ihres Sohnes relevant werden.

Wichtig zu wissen ist, dass die unterhalts- und erbrechtlichen Ansprüche gegenüber dem bisherigen Vater bleiben bestehen.
Im Gesetzeslaut:
§ 1767 (Voraussetzungen; anwendbare Vorschriften) BGB
(1) Ein Volljähriger kann als Kind angenommen werden, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist; dies ist insbesondere anzunehmen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist.
(2) Für die Annahme Volljähriger gelten die Vorschriften über die Annahme Minderjähriger sinngemäß, soweit sich aus den folgenden Vorschriften nichts anderes ergibt.

§ 1768 (Antrag)
(1) Die Annahme eines Volljährigen wird auf Antrag des Annehmenden und des Anzunehmenden vom Vormundschaftsgericht ausgesprochen. §§ 1742, 1744, 1745, 1746 Abs. 1, 2, § 1747 sind nicht anzuwenden. (2) Für einen Anzunehmenden, der geschäftsunfähig ist, kann der Antrag nur von seinem gesetzlichen Vertreter gestellt werden.

3. Mit welchen Gesamtkosten habe ich zu rechnen?

4. Kann mein Sohn, der ja einen anderen Familiennamen trägt, meinen Nachnamen annehmen? (Das ist ihm besonders wichtig)

Der Angenommene erhält grundsätzlich den Familiennamen des Annehmenden als Geburtsnamen, § 1757 Abs. 1 BGB.

§ 1757 BGB
(1) Das Kind erhält als Geburtsnamen den Familiennamen des Annehmenden. Als Familienname gilt nicht der dem Ehenamen oder dem Lebenspartnerschaftsnamen hinzugefügte Name (§ 1355 Abs. 4; § 3 Abs. 2 des Lebenspartnerschaftsgesetzes).

5. Ist nach der Adoption die gesetzliche Erbfolge automatisch geregelt?

Das adoptierte Kind hat ein volles Erbrecht nach den Adoptiveltern und den biologischen Eltern.

6. Muss meine Nochehefrau (sie lebt im Ausland) der Adoption zustimmen? Bzw. wer muss dem gesetzlich zustimmen?

Ihre Nochehefrau hat hierbei, mangels Kindschaftsverhältnis keine Zustimmungspflicht.



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