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Kann nach 11 Jahren das Datum des Zeugnisses korrigiert werden?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Tobias Kraft
Stand: 16.06.2010

Frage:

Das Ausstellungsdatum vom Zeugnis ist nicht richtig. Kann ich nach 11 Jahren verlangen, das dies korrigiert wird? Wenn ja, wie? Das Unternehmen hat mir mitgeteilt, daß es keine Unterlagen mehr hat. Ich habe noch den befristeten Dienstvertrag, Verdienstabrechnungen und Bescheinigungen zur Sozialversicherung.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandant,

Bedauerlicherweise ist ein Zeugnisberichtigungsanspruch nach so langer Zeit ausgeschlossen. Durch das Zuwarten über einen solchen langen Zeitraum ist das Recht auf eine Korrektur leider verwirkt worden. Den Arbeitnehmer trifft hier eine Obliegenheit, das ihm erteilte Arbeitszeugnis umgehend auf Fehler zu prüfen und im Fall des Feststellens eines solchen zeitnah eine Berichtigung einzufordern.

Der Arbeitgeber darf sich nach der arbeitsrechtlichen Rechtsprechung in der Regel spätestens nach dem Ablauf von 10 bis 15 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bzw. ggf. ab dem Tag der Ausstellung des Arbeitszeugnisses darauf verlassen, dass keinerlei Ansprüche des ehemaligen Arbeitnehmers diesbezüglich mehr angemeldet werden. Daher darf er hier insbesondere nach dem Zeitraum von 11 Jahren Ihr Ansinnen nach einer Korrektur zurückweisen. Ich kann Ihnen daher nicht raten, hier mit einer Klage zu drohen oder gar eine Klage auf Korrektur Ihres Zeugnisses vor dem örtlich zuständigen Arbeitsgericht zu erheben. Gleichwohl können Sie natürlich versuchen, mit Hinweis auf Ihre Unterlagen durch einen Appell an die Kulanz und das Verständnis Ihres ehemaligen Arbeitgebers hier Abhilfe zu schaffen.

Ich bedaure, dass ich Ihnen keine für Sie positivere Mitteilung über die Rechtslage machen kann, hoffe aber, dass ich Ihnen dennoch mit meiner arbeitsrechtlichen Beratung zunächst weiterhelfen konnte und bedanke mich bei Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen. Nichtsdestotrotz wünsche ich Ihnen viel Erfolg, unabhängig von der für Sie nachteiligen Rechtslage noch eine nachträgliche Korrektur in Ihrem Sinne zu erreichen. Selbst im Misserfolgsfall dürften sich für Sie jedoch keine nachteiligen Konsequenzen ergeben: Sofern in dem Arbeitszeugnis die Zeit der Beschäftigung zutreffend genannt wird, dürfte es sich bei einem fehlerhaften Ausstellungsdatum nach meiner Erfahrung nämlich allenfalls um einen kaum relevanten "Schönheitsfehler" handeln.



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