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Pflicht des Reisenden zur Zahlung von Stornogebühren


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 14.06.2010

Frage:

Ich hatte 2 Hotelzimmer in Dresden per Mail gebucht. Am Tag der Anreise hatte ich mich dann auch telefonisch bei dem Hotel-Betreiber gemeldet, dass wir erst gegen 19 Uhr ankommen werden. Bis hierhin alles ok.

Als wir dann ankamen, wurden uns die Zimmerschlüssel übergeben, wir haben die Zimmer besichtigt und festgestellt, dass an den Dachfenstern schwarzer Schimmel sich befunden hat. In einem Zimmer war auch zu erkennen, dass vor einiger Zeit ein Wasserschaden an diesem Fester war.

Mein Freund und ich fühlten uns entsprechend unwohl und haben dann umgehend ein neues Hotel gebucht. Dann habe ich dem Hotel-Betreiber, Herrn K. mitgeteilt, dass wir aufgrund des Schimmels die Zimmer nicht nehmen werden und dass wir uns bereits Ersatz gesucht haben. Dann hat er es vehement bestritten, dass es Schimmel in seinen Zimmer geben würde. Fotos durfte ich aber nicht mehr machen. Nach diesem Streit hat er uns Ersatzzimmer im Erdgeschoss angeboten, dieses Angebot habe ich ausgeschlagen. Nun behauptet der Hotelier, dass ich eine Stornogebühr in Höhe von 70% des Preise zahlen müsse. Es geht hier um eine Gesamt-Summe von 124,80 Euro, die er fordert. Ich hatte bereits eine Einigung bei 50,00 Euro angeboten, bin aber nach wie vor der Meinung, dass ich weder in einem Zimmer bleiben muss, wo Schimmel ist, noch ein Ersatzzimmer annehmen muss.

Nun meine Frage, muss ich die Stornogebühr zahlen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Nach Ihrer Schilderung haben Sie verbindlich zwei Hotelzimmer gebucht und waren deshalb an diese Buchung gebunden mit der Folge, dass Sie bei Nichtinanspruchnahme die geltend gemachten Stornogebühren zu zahlen hätten. Fraglich ist allein, ob Sie das ursprünglich angebotene, ein Ersatzzimmer oder kein Zimmer in diesem Hotel hätten nehmen müssen.

Zum Beziehen des ursprünglich angebotenen Zimmers waren Sie auf Grund der vorhandenen Mängel nicht verpflichtet. Schimmelbildung ist nach ständiger Rechtsprechung gesundheitsgefährdend und berechtigt zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund gem. §§ 543 Abs. 2 Nr. 1, 569 Abs. 1 BGB, vgl. LG Duisburg NZM 2002, 214. Das ursprünglich angebotene Zimmer mussten Sie deshalb nicht nehmen und überdies auch kein Ersatzzimmer akzeptieren, wenn Sie ausschließlich das mangelbehaftete Zimmer gemietet hätten. Dies war und ist bei Hotelzimmern regelmäßig nicht der Fall. Gemeinhin mietet der Besteller oder Hotelgast lediglich ein Zimmer einer bestimmten Kategorie zu einem bestimmten Preis, wobei die Auswahl entweder vom Hotelpersonal bei Eintreffen des Gastes getroffen wird oder aber der Gast, sofern genügend frei Zimmer vorhanden sind, vor Ort noch auswählen kann. Anders gesagt hat der Gast keinen Anspruch auf ein ganz bestimmtes vorher ausgewähltes Zimmer. Dies dürfte nur bei Stammgästen vorkommen, die eine solche Wahl jedoch vor Bezug bzw. bereits bei Buchung ausdrücklich vereinbaren.

Sie waren daher im Ergebnis zwar berechtigt, das ursprünglich mangelhafte Zimmer abzulehnen, waren jedoch verpflichtet, auf ein angebotenes anderes Zimmer auszuweichen, sofern dieses den Anforderungen entsprach. Da Sie einseitig in einem anderen Hotel gebucht haben, sind Sie zur Zahlung der Stornogebühr verpflichtet.



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