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Auswirkungen des Versorgungsausgleichs auf die monatliche Rentenzahlung


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Michael Weber
Stand: 02.06.2010

Frage:

Mein Scheidungsurteil ist am 31.5.2010 rechtskräftig geworden. Der Versorgungsausgleich ist durch notarielle Vereinbarung noch nach altem Recht durchgeführt worden. Ich bin als Beamter noch aktiv tätig. Meine Ex-Frau befindet sich seit dem 1.8.2009 in Altersrente. Wir sind beide 60 Jahre alt.
Mit dem Scheidungsurteil werden ihr bei der Deutschen Rentenversicherung Rentenanwartschaften in Höhe von 916,35 Euro monatlich übertragen zu Lasten meiner Versorgungsansprüche.
Nun zur Frage:
Erhöht diese Rentenanwartschaft die Altersbezüge meiner Ex-Frau sofort oder erst wenn sie 65 Jahre alt wird?
Wenn die Rente sofort erhöht wird, ist das für mich günstig, denn: wenn die Rente erst mit 65 erhöht wird, muss ich ihr für die fünf Jahre einen monatlichen Unterhalt mindestens in dieser Höhe bezahlen.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Anfrage vom 03.06.2010 beantworte ich Ihnen gerne wie folgt.
Bei den Auswirkungen des Versorgungsausgleichs auf die monatliche Rentenzahlung unterscheidet man zwischen dem Ausgleichsberechtigten und dem Ausgleichsverpflichteten.

Entscheidend für die Erhöhung der Rente des Ausgleichsberechtigten sind:
? der Rentenbeginn
? die Rechtskraft bzw. Wirksamkeit des Urteils
Beginnt die Rente des Ausgleichsberechtigten erst nach Rechtskraft bzw. Wirksamkeit des Urteils über den Versorgungsausgleich wirkt sich die Erhöhung der Rente ab Rentenbeginn aus.
Erhält der Ausgleichsberechtigte bereits vor Rechtskraft bzw. Wirksamkeit des Urteils eine Rente so wirkt sich die Erhöhung erst ab Rechtskraft des Urteils aus.

Frauen, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind können ab dem 60. Lebensjahr gegebenenfalls mit einem Abschlag dann in Rente gehen, wenn sie die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und ab dem 40. Geburtstag mehr als zehn Jahre (mindestens 121 Kalendermonate) Pflichtbeiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Diese Voraussetzung liegt offenbar bei Ihrer Ehefrau vor, da diese nach Ihren Angaben bereits seit dem 01.08.2009 Altersrente bezieht.

Der Versorgungsausgleich erhöht somit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils die Rentenansprüche Ihrer Frau.

Da der Versorgungsausgleich grundsätzlich in sog. Entgeltpunkten erfolgt, errechnet sich die Höhe der tatsächlichen Rente nach der sog. Rentenformel:

Die Rentenformel:
Persönliche Entgeltpunkte
X
Rentenartfaktor
X
aktueller Rentenwert
=
voraussichtliche Monatsrente

Rentenartfaktor
Je nach Rentenform gibt es ein Rentenartfaktor, der die Höhe der Rente bestimmt. Rentenformen mit einen hohen Sicherungsziel haben den Rentenartfaktor 1 weil sie den ausfallenden Lohn möglichst vollständig ersetzen sollen. Andere Rentenarten, wie z.B. Hinterbliebenenrenten oder die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung werden entsprechend dem niedrigeren Sicherungsziel mit einem niedrigeren Rentenartfaktor berechnet.
Rentenwert
Der aktuelle Rentenwert wird jährlich vom Gesetzgeber festgelegt und entspricht dem Betrag, der sich nach einem Jahr Durchschnittsverdienst als monatliche Altersrente ergibt. Aufgrund der unterschiedlichen Einkommensverhältnisse in den neuen und alten Bundesländern gelten auch unterschiedliche Rentenwerte. Stand 30. Juni 2009 beträgt der aktuelle Rentenwert in den alten Bundesländern 27,20 Euro und in den neuen Bundesländern 24,13 Euro.



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