Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Wer erbt beim Wegfall der Abkömmlinge?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 14.05.2010

Frage:

Ich bitte um Beantwortung einer erbrechtlichen Frage.

a) Situation

Meine Mutter hat als Witwe (seit 1996) 1997 ein Testament verfasst, unter anderem mit folgendem Satz:
Nach meinem Tod sollen meine Söhne zu gleichen Teilen erben.

Zu diesem Zeitpunkt gab es 3 Söhne,
Sohn A, geb. 1945,
Sohn B (ich, der Verfasser dieses Schreibens), geb. 1946,
Sohn C, geb. 1961.

Im Jahre 1999 verstarb Sohn C.
Zum Zeitpunkt seines Todes war er verheiratet.
Er hinterlässt eine Frau und 2 Söhne. Zur Zeit leben diese beiden Söhne noch.

b) Frage (die gesetzliche Erbfolge ist mir bekannt).

Erben nach diesem Satz im Testament die beiden Söhne meines verstorbenen Bruders?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Bernd Beder   |Hier klicken

Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Setzt ein Erblasser seine Abkömmlinge als Erben ein und fällt einer der Abkömmlinge nachträglich weg, richtet sich die Erbfolge nach der Auslegungsregel des § 2069 BGB.

Danach würden in Ihrem Falle die beiden Söhne Ihres verstorbenen Bruders an dessen Stelle treten. Sie erben den Ihrem Bruder vererbten Teil zu gleichen Teilen, also jeweils 1/6.

Es handelt sich bei § 2069 BGB jedoch nicht um eine gesetzliche Vermutung, sondern lediglich um eine Auslegungsregel. Die zuvor geschilderte Rechtsfolge tritt also nur ein, wenn außer dem von Ihnen zitierten Satz im Testament keine weiteren Umstände erkennbar sind, die diese Rechtsfolge möglicherweise ausschließen.

So schließt bereits die testamentarische Verfügung, eine Ersatzerbenbestimmung nicht treffen zu wollen, die Erbenstellung der Söhne Ihres verstorbenen Bruders aus.

Derartige Umstände müssen sich aber nicht unbedingt aus dem Testament ergeben. Folgt aus anderen Tatsachen, beispielsweise einer besonders umfangreichen Zuwendung an die Söhne Ihres verstorbenen Bruders nach dessen Tod oder der immer wieder von Ihrer Mutter geäußerte Hinweis, dass die Söhne Ihres verstorbenen Bruders nichts bekommen sollen, dass Ihre Mutter nur Sie und Ihren noch lebenden Bruder bedenken wollte, so ist für die Auslegungsregel des § 2069 BGB kein Raum mehr. Die beiden Söhne Ihres verstorbenen Bruders würden nichts erben, hätten jedoch einen Pflichtteils-/Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen Sie und Ihren noch lebenden Bruder als Erben.

Im Streitfall sind solche äußeren Umstände allerdings schwer zu beweisen. Falls Ihre Mutter noch lebt, ist ihr zu empfehlen, die gewünschte Erbfolge erneut durch Testament zu regeln und dadurch klarzustellen, wer nach ihrem Ableben erbt.



Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Abkömmlinge

Vorerbschaft und Pflichtteilsentziehung | Stand: 24.11.2015

FRAGE: Ich war zweimal verheiratet, aus der ersten Ehe sind zwei Söhne, wobei sich der zweite mit 18 Jahren, bei meiner Scheidung von seiner Mutter, die mit unbekannter Adresse weggezogen ist und in de...

ANTWORT: Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich zunächst im Hinblick auf die im Testament Ihrer zweiten Ehefrau verfügte Vorerbschaft beantworte. Insoweit gibt es zwei Varianten: 1. Sie sind sogenannte ...weiter lesen

Rückkaufwert fließt mit in Erbmasse ein | Stand: 16.01.2014

FRAGE: Mein Mann ist 2005 verstorbenWir haben ein Berliner TestamentIn den Verträgen:Lebensversicherung (seit 01.11.1991)Bausparer (seit 01.12.1998)Unfallver. mit Rückgewähr (seit 01.05.1987) Tochterbi...

ANTWORT: Die Eintragung als Bezugsberechtigter in Versicherungsverträgen ist rechtlich eine Schenkung. Die Auszahlung der Versicherung fällt somit nicht in den Nachlass. Dies gilt für alle Versicherungsarten ...weiter lesen

gesetzliche Erbfolge - keine eigenen Kinder | Stand: 15.03.2011

FRAGE: Wer erbt mein Vermögen nach der gesetzlichen Erbfolge?ich selbst - verwitwet, keine Kinder, Eltern verstorben, keine Geschwisternächste Verwandte ist die Schwester (verh.keine Kinder) meine...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Die gesetzliche Erbfolge richtet sich nach den sogenannten "Stämmen". Sie bestimmt sich daher nach dem in der Generationenfolge nächsten gemeinsamen Verwandten, falls kein ...weiter lesen

Recht der ARGE auf das Erbe eines Alleinerben | Stand: 19.08.2010

FRAGE: Meine Oma ist letzten Monat verstorben und hat eine Enkeltochter als Alleinerben per Testament bestimmt. Diese bekommt aber Alg2. Es gibt 6 Erben, die einen Pflichtteilsanspruch haben. Hat die Arge da...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Wird der Erblasser nur von einem Alleinerben beerbt, so richtet sich ein Pflichtteilsanspruch auch nur gegen diesen Alleinerben. Dies gilt auch, soweit von dem Erblasser eine Testamentsvollstreckun ...weiter lesen

Erbrechtliche Ansprüche von Halbgeschwistern | Stand: 10.05.2010

FRAGE: Wir sind 3 Brüder, davon ist jetzt einer gestorben, die beiden sind meine Halbbrüder (gleiche Mutter). Der Verstorbene hatte ein kleines Vermögen, habe ich auch einen Teilanspruch? Elter...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,zu Ihrer Frage:Ich gehe davon aus, dass nach Ihrem Sachverhalt Ihr Bruder keine Abkömmlinge hatte, also weder Kinder noch Abkömmlinge von Kindern bzw. dass diese sämtlic ...weiter lesen

Wer erbt von einem unehelich geborenen Erblasser und in welcher Reihenfolge? | Stand: 03.11.2009

FRAGE: Erblasser vor dem 1.07.1949 unehelich geboren und 2009 gestorben. Kein Testament. Ehefrau vorverstorben. Keine Kinder. Namensgebender Stiefvater und leibliche Mutter tot. Letzter gewöhnlicher Wohnsit...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Das Erbrecht hängt in erster Linie von der Blutsverwandtschaft ab (für die nichtehelichen Abkömmlinge, die vor dem 1.7.1949 geboren sind, trifft dies allerdings nich ...weiter lesen


E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Bernd Beder   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.823 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 23.03.2017
Ruhige klare Antworten des RA Böckhaus, so wurde die erste Aufregung genommen. Vielen Dank

   | Stand: 22.03.2017
Beratung war kompetent und genau. Danke!

   | Stand: 22.03.2017
Sehr gute Beratung,auf den Punkt..

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Erbrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Alleinerbe | Angehörige | Enterbung | Erben | Erbfolge | ersten Grades | Geschwister | Haupterbe | Nacherbe | Verwandte | Verwandtschaftsgrad | Halbbruder

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen