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Vergütungsanspruch gegen den alten Arbeitgeber


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Mandy Turowski
Stand: 13.05.2010

Frage:

Ich habe zum 01.05.2010 eine neue Stelle als Alleinkoch angenommen. Mündlich wurde ein Nettogehalt von 1350,00 € bei einer 6 Tage Woche vereinbart. Im Bewerbungsgespräch wurde über eine normale Arbeitszeit von 8 bis 9 Stunden täglich gesprochen, auch, dass ich als Alleinkoch nach einer Einarbeitungszeit den Speiseplan für den Golf Club selbstständig erstelle. Nach drei Tagen jedoch hat die AG mich das erste mal verbal angegriffen und mir vorgeworfen, dass ich nicht kochen könnte, dass ich nicht in der Lage wäre eine Küche selbstständig zu führen...

So ging es in den letzten Tagen weiter, wobei ich nach dem zweiten verballen "Ausrutscher" mich ebenfalls verbal gewehrt habe. Durch die Tätigkeit als Alleinkoch wurde ich auch durch die AG gezwungen! Tätigkeiten aus zu führen, die sehr wohl nicht in den Bereich der Küche gehören, wie Telefongespräche annehmen, bedienen, kassieren, obwohl die Inhaberin zu den Zeiten anwesend war.
Am gestrigen Tage nun habe ich sie nach dem Arbeitsvertrag gefragt, darauf hin bekam ich erst einmal die Antwort, dass sie generell erst nach 4 Wochen Arbeit einen Vertrag aushändige. Auch teilte sie mir mit, dass das mit ihren Anwälten so geklärt sei. Ich teilte ihr darauf hin mit, dass ich auf einen sofortigen Vertrag bestehen müsse, da ich gegenüber der Arbeitsgemeinschaft nachweißpflichtig sei. Worauf sie antwortete, dass sie das nicht interessiere.
Nach einen erneuten Streit habe ich dann meine Arbeit eingestellt und vorab mündlich Fristlos gekündigt. Dies, weil ich einfach nervlich nicht mehr konnte und wollte.
Die schriftliche Kündigung stelle ich der AG per Einschreiben mit Rückschein am Samstag (übermorgen) zu.

Auf den Hinweis, mir das für die wenigen Tage zustehende Gehalt möchte sie bitte auf mein Konto überweisen teilte sie mir mit, dass sie mir keinen Cent zahlen würde, da ich ja in den paar Tagen überhaupt nichts geleistet habe und somit auch keinen Anspruch hätte.
Auch sagte sie, dass ich ja nur gequalmt hätte und sie die Arbeit machen hätte müssen, die ich machen hätte Können (Leergut aufräumen, Bedienen, Gläser spülen,...)
Gleichzeitig hat sie mir die Kopien meiner Personalunterlagen zurück geworfen.
Darauf hin habe ich die Geschäftsräume verlassen.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Laut Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, das für Sie nun von Interesse ist, ob Sie gegen Ihren alten AG für die gearbeiteten Tage einen Vergütungsanspruch haben.
Grundsätzlich sind die Verträge, auch wenn Sie mündlich geschlossen worden sind, zwischen den Parteien verbindlich, und von den Parteien einzuhalten.
Dies gilt auch in Ihrem Fall mit dem geschlossenen Arbeitsvertrag.

Ohne schriftliche Fixierung des Vertrages jedoch bestehen immer dann erhebliche Beweisschwierigkeiten, wenn eine Partei die Existenz des Vertrages bestreitet.Dieses Problem scheint auf Sie zuzukommem, da ich davon ausgehe, dass Ihr AG Ihre Anwesenheit im Unternehmen bestreiten wird, oder diese als unbezahltes Praktikum auslegen könnte.
Die Beweispflicht liegt dann bei Ihnen. Sie müssen, wenn der AG nicht freiwillig für den Zeitraum Lohn entrichten will, für den Sie gearbeitet haben, vor dem zuständigen Arbeitsgericht Klage erheben.
Diese Klage können Sie dort ohne Anwalt zu Protokoll der Geschäftsstelle aufgeben. Kosten entstehen Ihnen dafür nicht.
Vielleicht sind weitere Mitarbeiter oder Gäste bereit als Zeugen zu bestätigen, dass Sie dort gearbeitet haben. Vielleicht hat Ihr AG Sie bei den entsprechenden Sozialleistungsträgern aber auch schon angemeldet, dann fällt Ihnen der Beweis leicht.

Sie sollten auf jeden Fall wie geplant außergerichtlich Ihren Vergütungsanspruch anteilig geltend machen unter Fristsetzung und Angabe Ihrer Kontodaten.
Erst wenn keine Zahlung erfolgt, sollten Sie Klage erheben.



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