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Wie ist eine Patientenverfügung zu verfassen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 13.05.2010

Frage:

Fragen zur Patientenverfügung.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihrem Arzt ist dahingehend zuzustimmen, dass eine Patientenverfügung aufgrund der, trotz einer solchen fortbestehenden, Ermessensentscheidung der behandelnden Ärzte, in relativ konkreter Form die Maßnahmen benennen muss, die im Falle eines Falles vorgenommen oder unterlassen werden sollen. Allein der Satz "ich wünsche keine lebenserhaltenden Maßnahmen" ist dahingehend zu unkonkret. Dies nicht zuletzt aus dem Grunde, da der Begriff eine Vielzahl von behandlerischen Möglichkeiten umfasst.

So ist nicht nur die klassische Reanimation, die Beatmung oder die Gabe bestimmter Medikamente lebensverlängernd / -erhaltend. Die Maßnahmen erstrecken sich auch auf die Gabe von kreislaufstützenden oder schmerzlindernden Medikamenten, die künstliche Ernährung u.ä.. In allen diesen Fällen ist lediglich zu unterscheiden, ob eine Unterlassung direkt oder indirekte Auswirkungen auf das Leben haben.

Wichtig ist ferner, dass den Behandlern keine aktiven Sterbehilfemaßnahmen in der Verfügung aufgegeben werden. Solcherlei Klauseln wären bereits dem Grunde nach unwirksam.

Einleitend ist wichtig zu definieren, für welchen Fall die Anweisungen der Patientenverfügung gelten sollen (Endstadium Erkrankung, irreversible Hirnschädigung usw.).

Sodann ist auf die lebenserhaltenden Maßnahmen einzugehen. Wenn Sie die Unterlassung derselben wünschen, bietet sich folgende Formulierung an:

"Ich wünsche, dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst sollen auf natürliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fachgerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie menschenwürdige Unterbringung,
Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot,
Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome."

Sodann kann auf weitere Einzelheiten der medizinischen Behandlung eingegangen werden. Diese umfassen insbesondere die Schmerzmittelgabe (künstliches Koma), Beatmung, Ernährung und, wie oben bereits angesprochen, die Reanimation.

Hier können Sie jeweils explizite Anweisungen geben, welche Art der Behandlung Sie wünschen oder aber eben ausdrücklich nicht wünschen.

Von der entsprechenden Patientenverfügung sollten mehrere Abschriften gefertigt werden und sowohl Angehörigen, als auch den behandelnden Ärzten im Krankenhaus zur Verfügung gestellt werden. Beachten Sie, dass nur eine handschriftlich unterzeichnete Verfügung ausreichende Sicherheit mit sich bringt, dass Ihr Wille durch die Ärzte befolgt wird. Hierzu sind diese gesetzlich verpflichtet (§ 1901a BGB).



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