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Ansprüche der Mieter bei Schimmel in der Wohnung


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 20.04.2010

Frage:

Ich habe eine Eigentumswohnung in Mainz, die vermietet ist. Nach dem Winter trat Schimmel in 2 Zimmern (Schlafzimmer, Kinderzimmer) auf. Meine Mieter informierten mich und ich habe umgehend mit der Hausverwaltung einen Gutachter und einen Handwerker informiert, die sich der Sache angenommen haben. Aufgrund von Trocknungs- / und Handwerksarbeiten, haben die Mieter 2 Woche die 2 Räume nicht vollständig nutzen können und mussten im Wohnzimmer schlafen. Jetzt möchten sie eine Mietminderung geltend machen. Ist das rechtens? Wenn ja; wie hoch dürfte sie sein.
Des weiteren verlangen Sie von mir, dass ich die Rückwände ihres Kleiderschranks bezahle, die durch den Schimmel zu Schaden gekommen sind. Muss ich die Kosten übernehmen oder müssen sie dieses selber tun, weil sie den Schimmel nicht "früh genug" gemerkt haben?
Der Schimmel war durch eine Wärme-/Kältebrücke in der Isolierung verursacht worden. Ursache ist nun aber behoben.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit den Ansprüchen der Mieter aufgrund des aufgetretenen Schimmels Stellung.

1. Jetzt möchten sie eine Mietminderung geltend machen. Ist das rechtens?

Sofern die Mieter den Schimmel ab Kenntniserlangung unverzüglich gemeldet haben und auch kein grobes Verschulden hinsichtlich des Zeitpunktes der Kenntniserlangung vorliegt, können die Mieter gem. § 536c in Verbindung mit § 536 BGB durchaus Mietminderung geltend machen.

so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit.

2. Wenn ja; wie hoch dürfte sie sein.

Gem. § 536 Abs. 1 BGB haben die Mieter für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert war, also offenbar für die 2 Wochen, in denen die 2 Schlafräume nicht als solche genutzt werden konnten, nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten.

Die Frage der Höhe der Angemessenheit ist letztlich eine Einzelentscheidung des zuständigen Gerichts je nach den konkreten Feststellungen des Einzelfalles. Ein Anhaltspunkt stellt die Größe der nicht benutzbaren Wohnfläche an der Gesamtfläche der Wohnung dar. Allerdings kann die sich hierbei ergebende Quote nicht pauschal angewendet werden, sondern weiterhin ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den nicht nutzbaren Räumen um 2 wesentliche Schlaf- und Aufenthaltsräume handelt. Folglich scheint eine Mietminderung für die 2 Wochen der Nichtnutzbarkeit von Schlaf- und Kinderzimmer von etwa 50% angemessen.

3. Des weiteren verlangen Sie von mir, dass ich die Rückwände Ihres Kleiderschranks bezahle, die durch den Schimmel zu Schaden gekommen sind. Muss ich die Kosten übernehmen oder müssen sie dieses selber tun, weil sie den Schimmel nicht "früh genug" gemerkt haben?

Sofern zumindest ein Mitverschulden der Mieter bei der frühzeitigen Beseitigung des Schimmels nachweisbar wäre, was letztlich aus dem Gutachten hervorgehen müsste, wäre es möglich, den grds. gem. § 536a BGB gegebenen Schadensersatzanspruch zu vermindern bzw. evtl. vollständig entfallen zu lassen.

Leider sind Sie als Vermieter aber für den Umstand beweispflichtig, dass ein Mitverschulden der Mieter vorliegt, dass diese also den Schimmel nicht rechtzeitig festgestellt oder gemeldet haben.

Sollte sich ein entspr. Hinweis in dem Ihnen vorliegenden Gutachten nicht finden, ist leider von einer vollständigen Kostentragungspflicht Ihrerseits auszugehen, sofern der Mangel an der Mietsache den Schaden am Kleiderschrank der Mieter ausgelöst hat.



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