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Wovon hängt die Höhe des Anwaltshonorars ab?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Wolfgang Philipp
Stand: 20.03.2010

Frage:

In einer Angelegenheit gegen die Bank beauftragte ich einen Rechtsanwalt, meine Interessen wahrzunehmen. Im Erstgespräch wies ich darauf hin, dass ich seine Gebühren in Höhe von 3.599,04 € erst Mitte Juli 2010 begleichen könne. Er widersprach nicht, sondern nahm das Mandat an und wurde tätig.

Wenige Tage später erhielt ich die erste Zahlungsaufforderung mit Frist. Mit der
zweiten Zahlungsaufforderung drohte er ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. Ich kündigte das Mandat, da ich die Vertrauensbasis zerstört sah. Mit dem dritten Schreiben setzte er mir eine letzte Frist bis 19.03.2010 Gleichzeitig schickte er die Kostenaufstellung über den Gesamtbetrag des vollständigen Mandats.

Muss ich nun für drei Briefe den Gesamtbetrag für das Mandat bezahlen?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ich gehe davon aus, dass das Erstgespräch mit dem Rechtsanwalt ein Vieraugengespräch war. Zwar beinhaltet möglicherweise das Gespräch eine sogenannte Stundungsvereinbarung, wenn tatsächlich vereinbart ist, dass die Zahlung des Rechtsanwaltshonorars bis Juli 2010 aufgeschoben sein sollte. Für ein wirksames Zustandekommen einer solchen Stundungsvereinbarung müssen Sie jedoch im Streitfall den entsprechenden Beweis führen und ich gehe davon aus, dass dies bei einem Vieraugengespräch nicht möglich sein wird. Nach Ihrer Schilderung gehe ich weiter davon aus, dass die erste Rechnung, die Sie nach wenigen Tagen erhalten habe, wohl eine Vorschussrechnung war. Wenn Sie nun das Mandat gekündigt haben, so ist der Anwalt zweifellos berechtigt, sein Honorar abschließend abzurechnen. Ob die Ihnen gestellte Rechnung in Höhe von 3.599,04 € sachlich und rechtlich gerechtfertigt ist, kann von mir jedoch nur beurteilt werden, wenn mir die erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt werden, insbesondere welche Schreiben von dem Rechtsanwalt mit der Sparkasse ausgetauscht wurden und natürlich die Rechnung selber.

Ich weiße darauf hin, dass es grundsätzlich in der Regel nicht darauf ankommt, wie viele Schreiben von dem Rechtsanwalt verfasst werden, da sich die Höhe Rechtsanwaltsgebühren aus dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) ergeben, welches typischerweise vom sogenannten Gegenstandswert ausgeht und dementsprechend eine Anpassung an den Aufwand des Rechtsanwalt nur über die Höhe des einzelnen Gebührensatzes bestimmt wird, welcher bei der Geschäftsgebühr, die hier wahrscheinlich abgerechnet worden ist, von 0,5 bis 2,5 reicht. Für mittlere Tätigkeiten wird in der Regel ein Gebührensatz von 1,3 angenommen.



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