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Nach französischem Recht adoptiert - Hat die Person eine deutsche Erbberechtigung?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Peter Pietsch
Stand: 10.03.2010

Frage:

Meine leibliche Tochter, geboren 30.5.1973 in Südafrika, ist deutsche Staatsbürgerin mit Staatsangehörigkeitsausweis vom 1.12.1994. Sie hat einen deutschen Pass. Sie trägt in dem Staatsangehörigkeitsausweis einen Doppelnamen.

Nach meiner Scheidung von ihrer Mutter am 5.6.1975 wurde sie mit meiner Einwilligung vom neuen Ehemann ihrer Mutter nach französischem Recht in Frankreich adoptiert am 14.12.1987. Herr L. ist Engländer.

Diese französische Adoptionsurkunde ist bisher in Deutschland nicht per Antrag standesamtlich anerkannt worden. Sie hat nur dem Amt vorgelegen als sie den o.g. Staatsangehörigkeitsausweis bekam.

Frage:
Ich möchte meiner Tochter volle deutsche Erbberechtigung ermöglichen. Ist unter Umständen dazu eine Rückadoption meinerseits erforderlich? Wäre sie danach noch weiterhin das Adoptivkind von Hr. L. und weiterhin ihm gegenüber erbberechtigt( muß Herr L. dem zustimmen?)?
Nach welchem Recht hätte diese Rückadoption zu erfolgen? Ziel ist nicht eine Adoption sondern ihre volle deutsche Erbberechtigung. Auf welchem Wege kann ich sicherstellen, dass meine Tochter volles deutsches gesetzliches Erbrecht von mir als Erblasser erhält oder behält?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Tochter ist offenbar durch Abstammung deutsche Staatsangehörige. Nachdem Sie in Frankreich adoptiert wurde, müssen Sie davon ausgehen, dass das französische Adoptionsrecht -wie die meisten Adoptionsrechte- vorsieht, dass die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem natürlichen Ascenenten kraft Gesetzes enden. Eine Ausnahme gibt es etwa in Deutschland bei einer Erwachsenenadoption, oder etwa nach dem Recht Maltas bei einer "offenen Adoption". Dass die Adoption in Frankreich durch einen Engländer bisher durch ein deutsches Gericht nicht "anerkannt" wurde, ist gleichgültig, denn solcherlei bedarf nur der Feststellung durch ein deutsches Gericht und auch nur dann, wenn sich diese Frage für ein deutsches Gericht stellt. Allein die durchgeführte Adoption in Frankreich bedarf in Deutschland keiner solchen Feststellung. Wenn nach französischem Ortsrecht die Adoption nicht zu beanstanen ist, würde sie in Deutschland auch anerkannt werden.
Eine Rückadoption ist zwar grundsätzlich möglich, würde aber in Deutschland nicht nur das Einverständnis der zu Adoptierenden erfordern, sondern auch Ihres Antrages und eines Antrages Ihrer Tochter (§ 1768 BGB). Ihre Tochter würde als jetzt Volljährige auch die Verwandtschaftsverhältnisse zu Ihrem bisherigen Adoptivvater nicht verlieren (§ 1770 Abs. II BGB) und neben Ihnen als neuem Adoptivvater keine weiteren neuen Verwandtschaftsverhältnisse erwerben (§ 1770 Abs. I BGB).
Es kommt Ihnen aber nicht auf eine Rückadoption an, sondern nur darauf, dass Ihre Tochter Sie beerbt.
Durch Ihre Zustimmung zur Adoption sind Sie mit Ihrer Tochter nicht mehr verwandt. Ihre Tochter hat, da sie als Minderjährige adoptiert wurde, kein gesetzliches Erbrecht nach Ihnen. Was Sie allein tun können um eine Erbschaft Ihrer Tochter nach Ihnen sicherzustellen, ist ein Testament, mit dem Sie Ihre Tochter als Erbin oder als Miterbin einsetzen. Sollten Sie wieder verehelicht sein oder weitere Kinder haben, so würden diese, wenn sie denn aufgrund einer angeordneten Alleinerbschaft Ihrer Tochter enterbt wären, einen Pflichtteilsanspruch haben, der in hälftiger Höhe des gesetzlichen Erbanteils liegt.



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