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Können zwei verschiedenwertige Häuser an die Kinder vererbt werden?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 08.03.2010

Frage:

Ein Vater hat vier Kinder, zwei ältere Häuser mit jeweils rd. 2 - 2 ha Land. Das Testament lautet: Das Haus "a" erhalten Kinder eins u. zwei. Das Haus "b" erhalten drei und vier.
Ich bin der Meinung, daß es nicht "rechtens" sein kann, da der Wert der Häuser unterschiedlich ist.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

Die Beantwortung Ihrer Frage hängt von der Höhe der jeweiligen Werte der Hausgrundstücke ab. Der Erblasser ist nämlich in den sich aus dem Pflichtteilsrecht ergebenden Grenzen frei, die testamentarische Verteilung seines Vermögens nach seinem Willen zu gestalten.

Hierzu bestimmt § 2305 BGB: Ist einem Pflichtteilsberechtigten ein Erbteil hinetrlassen, der geringer ist, als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Pflichtteil den Wert des an der Hälfte fehlenden Erbteils verlangen.

Kinder gehören zum Kreis der pflichtteilsberechtigten Personen. Der Pflichtteil ist ein Zahlungsanspruch in Geld in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Liegen die Voraussetzungen des § 2305 BGB vor, können Sie danach bis zur Höhe der Hälfte des auf Sie entfallenden gesetzlichen Erbteils Zahlungsausgleich verlangen. Hierzu ein Beispiel:

Wert des Hauses A: 900.000,00 €
Wert des Hauses B: 100.000,00 €
Sonstiges Vermögen ist nich vorhanden.

Den Kindern 3 und 4 steht als gesetzlicher Erbteil je 250.000,00 € (1/4 von 1.000.000,00 €) zu. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte von 250.000,00 € und damit jeweils 125.000,00 €. Da beide jeweils die Hälfte von Haus B bekommen, kann jeder der beiden Kinder 3 und 4 von den übrigen Erben 75.000,00 € (125.000,00 € - 50.000,00 €) verlangen.

Hat Haus A einen Wert von 600.000,00 € und Haus B einen Wert von 400.000,00 €, findet ein Ausgleich nicht statt, da der Wert von Haus B höher als der Pflichtteil ist.



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