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Telefonabzocker kassieren monatlich über den Anbieter ab - Wie ist vorzugehen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Peter Muth
Stand: 16.02.2010

Frage:

Telefon-/Internetabzocke durch P. GmbH. Kein unterschriebener Vertrag! Wöchentliches Abkassieren 4.99 € über Telefondienst seit 29.12.09. Ohne vorherige Info und Erlaubnis. Ruf-Nr.und E-mail werden unterdrückt. Wie storniere ich einwandfrei? Per Einschreiben? Muster vorhanden?

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

zu Ihrer Frage:

Ich empfehle, ein Schreiben per Einschreiben an die Gegenseite anzufertigen mit folgendem Inhalt:

- Sie haben keinen Vertrag abgeschlossen, da Sie darüber getäuscht worden sind, dass die Inanspruchnahme der Leistungen der Gegenseite kostenpflichtig ist bzw. dass Sie nicht nur informiert werden, sondern auch einen Vertrag abschließen (wenn dem so ist)

- hilfsweise widerrufen Sie einen etwa abgeschlossenen Vertrag, da Sie über das Widerrufsrecht noch nicht (schriftlich) belehrt worden sind.

- schreiben Sie zudem, dass Sie noch keine Leistungen der Gegenseite erhalten haben, wenn dem so ist

- und dass widerrechtlich die Rufnummer unterdrückt wird und Sie dies der Bundesnetzagentur melden werden.

Ich rate von Anrufen, mails und Faxen bei der Gegenseite ab, da bei Firmen wie der Gegenseite erfahrungsgemäß sowieso niemand abnimmt oder die Eingangspost liest.
Außerdem sind diese Tätigkeiten schlecht bzw. gar nicht beweisbar.

Sie werden dann vermutlich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Schreiben der Gegenseite, dann eines Inkassounternehmens und dann eines Rechtsanwaltes erhalten; mit jeweils schärfer werdendem Ton und zusätzlichen Kosten.

Diese Kosten sind stets überhöht, und müssten selbst bei einer berechtigten Hauptforderung zum Teil gar nicht, zum Teil nur wesentlich niedriger als geltend gemacht, bezahlt werden.

Letztlich müsste die Gegenseite gegen Sie gerichtlich vorgehen, um an Ihr Geld zu kommen; das geschieht praktisch nie, obwohl inzwischen Millionen solcher Forderungen kursieren.

Sollte je ein gerichtlicher Mahnbescheid gegen Sie beantragt werden (schon das ist sehr sehr selten), legen Sie fristgerecht Widerspruch dagegen ein.

Dann müsste die Gegenseite eine Klage gegen Sie erheben; das ist bei der im Streit stehenden Summe völlig unverhältnismäßig, sowohl was den Aufwand wie auch was die Kosten betrifft; mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem tatsächlich einmal eine angedrohte Klage dann auch wirklich erhoben worden wäre.

Firmen wie die Gegenseite scheuen in der Regel auch die (gerichtliche) Öffentlichkeit; das Geschäftsmodell beruht darauf, dass ein bestimmter Prozentsatz der angeschriebenen Personen bezahlt.

Sie können natürlich auch einen Rechtsanwalt mit einem Schreiben gegen das Unternehmen beauftragen, wenn Sie möchten.

Falls die Gegenseite Ihre Bankdaten hat, kontrollieren Sie am besten engmaschig, ob Abbuchungen getätigt werden, die Sie dann kurze Zeit lang von der Bank kostenfrei bzw, auf Kosten der Gegenseite wieder zurückbuchen lassen können.

Die Meldung an die Bundesnetzagentur können Sie zusätzlich machen; diese hat inzwischen angefangen, Bußgelder gegen die Firmen zu erheben.



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