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Internetabzocker drohen mit Inkassobüros - Besteht ein wirksamer Vertrag?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Marc N. Wandt
Stand: 13.02.2010

Frage:

Die Firma XY.de schickt mir per Mail eine Rechnung für einen 12-Monatszugang für Online-Downloaden - Zeitraum 07.11.09 - 07.11.10 und droht die Übergabe an ein Inkassobüro mit weiteren Kosten an. Derzeit werden 84 Euro für den Zugang und 5 Euro Mahngebühr verlangt. Ich habe schon mehrfach per Mail und einmal per Einschreiben mit Rückschein erklärt, dass ich keinen Zugang bestellt habe und den schriftlichen Nachweis verlangt (auf Papier), aus dem sich ergibt, dass ich einen rechtswirksamen Vertrag geschlossen habe. Bisher kam nichts, außer per Mail die genannte Forderung mit Inkassoandrohung.

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

ich bedanke mich für die Annahme meines Angebotes und beantworte Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, gerne wie folgt.

Sie sind augenscheinlich in die Maschinerie der Internetabzockbranche geraten. Dies ist insgesamt noch nicht dramatisch, stehen die Forderungen dieser Unternehmen doch auf tönernen Füßen.

Die Erfahrung zeigt, dass derlei Unternehmen ihre Mahnroutine ungeachtet etwaigen Schriftverkehrs des angeblichen Kunden abspulen. Insoweit rate ich Ihnen zukünftig jedweden (!) Kontakt mit dieser Firma mangels Erfolgsaussichten zu unterlassen. Dies spart im Übrigen auch noch Ihr Geld.

Fakt ist, dass jedenfalls, so sie nicht bezahlen, wovon ich Ihnen ausdrücklich abrate, jedenfalls Post eines Inkassobüros oder einer Rechtsanwaltskanzlei bekommen. Dies macht die Forderung an sich jedoch nicht rechtmäßiger, soll damit doch nur der Druck auf den "Kunden" erhöht werden. In diesem Zusammenhang sollten Sie jedoch auch mit derlei Institutionen keinerlei Kontakt aufnehmen, sondern sich vielmehr "tot stellen". Die Drohungen (Zwangsvollstreckung, Schufa, Lohnpfändung usw.) sind nichts als heiße Luft, da derlei Maßnahmen ohne gerichtlichen Titel gar nicht eingeleitet werden können. Einen solchen will die Gegenseite aber garnicht erstreiten, da eine gerichtliche Niederlage nahezu gewiss wäre. Vielmehr verlegt sich diese Branche allein auf das außergerichtliche Inkasso nebst entsprechenden Drohungen (s.o.). gerichtliche Hilfe nehmen diese Personen nicht in Anspruch.

Insoweit ist alleine zielführend, die Sache einfach auszusitzen, ohne nochmals Kontakt aufzunehmen. Wie Sie bereits bei Ihrem ersten Schreiben gemerkt haben, lohnt Korrespondenz in keinster Art und Weise. Wenn jedoch von Ihnen keine weitere Reaktion kommt, geben diese Jungs regelmäßig nach einigen Monaten auf und behelligen Sie nicht mehr. Sie müssen nur Konsequenz bewahren und sich von den (teils wilden) Schreiben der Gegenseite nicht einschüchtern lassen. Ich wiederhole mich, an dem Inhalt der Schreiben ist juristisch nichts dran.

Abschließend ist Ihnen also zusammenfassend zu raten, keinerlei Zahlungen zu leisten und keinerlei Reaktion auf deren Schreiben zu zeigen. Dies ist erfahrungsgemäß das effektivste Mittel, die Angelegenheit zu erledigen.



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