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Fahrtkostenersatz von der gegnerischen Versicherung nach einem Unfall

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 04.02.2010

Frage:

Durch einen Autounfall (unverschuldet) erlitt ich einen schweren Oberarmbruch, nach OP radialis parese, spätere Besserung. Es war und ist allerdings bis dato nicht möglich, einer täglichen Arbeit von 8 Std. nachzukommen. Es war mir möglich im Betrieb über 1 Jahr im Rahmen der Wiedereingliederung auf 6 Std. täglich zu arbeiten. Es ist ärztlich eine Invalidität von 20 % festgestellt worden. Für die Fahrtkosten - während der Krankheit im Rahmen der Wiedereingliederung - beantrage ich Fahrtkostenersatz von der gegnerischen Versicherung. Diese lehnt ab, Zugeständnis "Steuervorteil". Gibt es aber nicht, weil ich unter der Verdienstgrenze in dieser Zeit liege.
Das Argument, dass auch das Arbeiten im Rahmen der Wiedereingliederung zur Heilung beigetragen hat, wird abgetan. Ein Fahrtkostenersatz wird mit der Begründung abgelehnt, dass die Kosten ja sowieso angefallen wären unter normalen Umständen!
Das Argument "Ursache aller Kosten ist der Unfall" wird negiert.

Wie ist die Rechtslage bei den Fahrtkosten?

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

die Haftpflichtversicherung eines Unfallgegeners ist verpflichtet alle Schäden, die auf den Unfall zurückzuführen sind, auszugleichen. Diese Verpflichtung wird begrenzt durch die Schadensminderungspflicht des Geschädigten, der sich so zu verhalten hat, dass der auszugleichende Schaden nicht größer wird als notwendig.

Bezogen auf die Fahrtkosten gilt damit folgendes:

Eine Ausgleichspflicht besteht nur dann, wenn in Ihrer beruflichen Tätigkeit vor dem Unfall keine Fahrtkosten angefallen sind. sind Sie aber immer schon mit dem Auto zur Arbeit gefahren, sind die nun angefallenen Fahrtkosten nicht unfallbedingt.

Daran ändert sich auch nichts, dass Sie für eine lange Zeit im Rahmen einer Wiedereingliederung gearbeitet haben. Um Ihrer Schadensminderungspflicht gerecht zu werden, waren Sie nämlich verpflichtet alles Zumutbare zur Wiedergesundung und zur Reintegration in den Arbeitsprozess zu unternehmen. Hätten sie nicht im Rahmen einer Wiedereingliederung sondern unverletzt im Rahmen Ihres angestammten Berufes gearbeitet, wären die Kosten auch angefallen, so dass sie nicht als unfallbedingte Kosten von der Versicherung zu ersetzen sind.

Etwas völlig anderes gilt natürlich für Fahrtkosten zu ärztlichen und therapeutischen Behandlungen, die aufgrund der Unfallfolgen notwendig sind.



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