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Einfluss des Erbes in den Zugenwinnausgleich


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Wolfgang Philipp
Stand: 05.01.2010

Frage:

Ich bin seit 2 Jahren verheiratet und die Beziehung wurde in beiderseitigem Einvernehmen beendet. Ich befinde mich im Trennungsjahr. Beide Partner sind während der Ehe berufstätig geblieben, Kinder sind keine entstanden. Auch sonstige gemeinsame Vermögen, Hausrat, etc. sind bereits aufgeteilt worden.
Wir sind uns weitestgehend darüber einig, dass eine normale Scheidung nach 1 Jahr erfolgen kann (Zugewinnausgleich). Ich möchte mir aber bereits vorher ein Grundstück ODER ein Grundstück mit altem Haus kaufen. Dieses soll erstmal nur liegenbleiben. Eine Wertsteigerung in dieser Zeit ist nicht zu erwarten, da die infrage kommenden Objekte sehr abgelegen liegen sollen und keinerlei immanenter Mehrwert festzustellen ist. Die Kosten für das Grundstück bestreite ich aus einer Erbschaft meiner Familie.

Fragen:
a) Wird die Erbschaft als mein persönlicher Vermögenszuwachs in die Zugewinnausgleich einfliessen?
b) Kann das Grundstück ebenfalls als Zugewinn gewertet werden, auch wenn offensichtlich nichts damit passiert ist (weder Hausbau / Modernisierung noch sonstige Aufwertung)
c) Wie sieht es beim Immobilienkauf aus, z.B. wenn ich mir ein älteres Haus samt Grundstück kaufen sollte? Wie wird dieses bewertet, wenn keine Modernisierung bzw. keine Wertsteigerung im Vergleich zum Kauf festgestellt werden kann.
d) Wie oder Wer stellt fest, ob tatsächlich Wertsteigerungen erfolgt sind? (in allen obigen Fällen)

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

zu a) Es kommt darauf an, wann die Erbschaft angefallen ist: hatten Sie vor der Eheschließeung breits geerbt, gehört die Erbschaft zum Anfangsvermögen, ist die Erbschaft danach angefallen, ist es sogenanntes Zuerwerbsvermögen, wobei der Zeitpunkt des Anfalls der Erbschaft maßgeblich ist. Anfangsvermögen und Zuerwerbsvermögen werden auf den jeweiligen Zeitpunkt inflationsbereinigt, das heißt bei der Ermittlung eines Zugewinns wird das Anfangsvermögen und der Zuerwerb auf den Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages um eine statistische Inflationsgröße erhöht, was im Ergebnis den eigentlichen ZUgewinn schmälert.

Der Zugewinn wird wie folgt ermittelt.
Endvermögen Ehepartner 1 = am Stichtag vorhandenes Reinvermögen (also alles Vermögen abzüglich Schulden)
Anfangsvermögen Ehepartner 1 = bei Heirat vorhandenes Reinvermögen (siehe oben) + Inflationszuschlag + Zuerwerb + Inflationszuschlag. Nur wenn das Endvermögen höher als das inflationsbereinigte Anfangsvermögen (+ Zuerwerb) ist, entsteht ein Zugewinn. Die gleiche Rechnung ist beim Ehepartner 2 vorzunehmen. Die hälftige Differenz der Zugewinne ist als Zugewinnausgleich zu bezahlen. Erfahrungsgemäß ist bei kurzen Ehen nur mit einem geringen oder keinem ZUgewinnausgleichsanspruch zu rechnen.

zu b) Der Erwerb des Grundstücks noch während der Ehe ändert nichts am Zugewinn, weil sich zwar das Endvermögen um den Wert des Grundstücks erhöht, aber gleichzeitig ihr Endvermögen um den Kaufpreis des Grundstücks vermindert wird. Etwas anderes würde nur in gelten, wenn Sie das Grundstück deutlich unter Wert erwerben würden, also quasi teilweise geschenkt erhielten.

zu c) Das Alter des Hauses spielt letztlich keine Rolle, selbst wenn es an Wert durch Modernisierung gewinnt, müßten Sie für die Modernisierung Geld aufwenden, das letztendlich Ihr bares Vermögen vermindert. Einen gewissen Wertzuwachs in der Zwischenzeit kann ich mir nur Vorstellen, wenn sie das Haus in der zwischenzeit durch eigene Arbeitsleistungen modernisieren.

zu d) Wenn Streit über die Werte besteht, insbesondere bei Immobilien, Kunstgegenständen oder Erwerbsgeschäften, wird der Wert durch (ggf. gerichtliches) sachverständigengutachten festgestellt, und zwar dadurch, dass die Werte zu den Stichtagen festgestellt werden.



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