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Rechtliche Möglichkeiten der Senkung der Erbschaftssteuer


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 31.12.2009

Frage:

Zusammen mit meinem Bruder habe ich Mitte März 2009 von meiner Tante gemäß ihres Testaments ein Haus im Wert von 280.000 € (Gutachten) und ein Vermögenswert (Aktienfonds, Lebensversicherung etc.) von 200.000 € geerbt. Nach Abzug der Freibeträge und der diverser Kosten bleibt ein Wert von 400.000 €. Das Finanzamt ließ uns heute einen Steuerbescheid zukommen, in dem jeder 60.000 € dem Finanzamt zahlen muss. Was ja auf Grund der aktuelle Steuersätze nachvollziehbar ist.

Nun zur Frage: Laut dem aktuelle Koalitionsvertrag sollen sich die Erbschaftssteuersätze für die Erben verbessern. Haben ich eine Möglichkeit von diesen Änderung zu profitieren. ODER: Gib es noch andere Möglichkeiten die Erbschaftssteuer zu senken (Anmerkung: Ich habe das vererbte Anwesen übernommen und ein Darlehen von 132.000€ aufgenommen, ich werde das Haus vermutlich vermieten).

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Antwort:

Sehr geehrter Mandant,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit einer etwaigen Möglichkeit zur Ersparung/Senkung von Erbschaftssteuer Stellung:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass zwar Steueränderungen von der Politik vielfach rückwirkend in Kraft gesetzt werden. Da der Erbfall aber bereits im März 2009 erfolgte, ist mit einer rückwirkenden Änderung der Steuersätze bspw. auf den 01.01.2009 kaum zu rechnen, vielmehr wohl eher auf den 01.01.2010.

Damit Sie sich aber dennoch für den Fall einer Rückwirkung auf den 01.01.2009 den Steuerfall offen halten, empfiehlt es sich, den Steuerbescheid durch Einspruch offenzuhalten und im Falle einer erfolglosen Einspruchsentscheidung des Finanzamtes sogar eine finanzgerichtliche Klage einzureichen. Denn bis zur Entscheidung des Finanzgerichtes vergehen in der Regel um die 2 Jahre, so dass eine Rückwirkung auf den 01.01.2009 dann zu Ihren Gunsten wirken würde.

Allerdings führt die Einspruchseinlegung nicht dazu, dass aufschiebende Wirkung eintreten würde, vielmehr ist der festgesetzte Steuerbetrag zunächst zum Fälligkeitszeitpunkt zu zahlen.

Es besteht allenfalls die Möglichkeit, über einen Stundungsantrag einen Zahlungsaufschub bis zu 6 Monate zu erreichen, sofern Sie geltend machen können, die Steuerschuld innerhalb von 6 Monaten vollständig getilgt zu haben und sofern Sie geltend machen können, dass die sofortige Zahlung der gesamten Summe für Sie eine unzumutbare Härte darstellen würde.

Da Sie mitteilen, dass das ererbte Anwesen zu Wohnzwecken im Sinne des § 13c Abs. 3 ErbStG vermietet werden soll, besteht zudem die Möglichkeit gem. § 28 Abs. 3 Satz 1 ErbStG, Ihnen die auf die Immobilie entfallende Erbschaftsteuer auf Antrag bis zu zehn Jahren zu stunden, soweit Sie geltend machen können, dass Sie die Steuer nur durch Veräußerung dieses Vermögens aufbringen könnten.

Sofern Sie aber über anderweitige Vermögenswerte verfügen, scheidet eine Stundung gem. § 28 Abs. 3 ErbStG in Verbindung mit § 13c Abs. 3 ErbStG aus.



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