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Maklerpool beruft sich auf drei Jahre alte Forderungen gegen einen Versicherungsmakler

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz
Stand: 30.12.2009

Frage:

Ich bin Versicherungsmakler und habe bei einem Maklerpool im November 2006 den letzten eingereichten Vertrag abgerechnet bekommen. Seit dieser Zeit arbeite ich mit dem Pool nicht mehr. Habe von denen auch nie wieder was gehört, Schreiben, mails o.ä.. Gestern erhielt ich datiert vom 22.12.09 ein Schreiben, dass man im Zuge der Nachbearbeitung ehemaliger Vertreibspartnerverhältnisse festgestellt habe, dass Salden offen seien und man zeitgleich mit dem Schreiben einen Mahnbescheid beantragt habe.

Ich habe die Unterlagen auf die Schnelle nicht finden können - nur jetzt meine Frage:

Ist es rechtens, dass ohne irgendwelche Forderungen (Benachrichtigungen, Mahnung etc.) nach 3 Jahren ein Mahnbescheid erlassen werden kann und steht denen das Geld überhaupt noch zu.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

Zunächst kommt es natürlich darauf an, ob überhaupt noch eine Forderung gegen Sie besteht. Dies sollten Sie kritisch anhand Ihrer Unterlagen prüfen.
Sofern keine Forderung besteht, haben Sie innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung des Mahnbescheides bei Ihnen die Möglichkeit, gegen diesen Widerspruch einzulegen. Hierzu füllen Sie das dem Mahnbescheid beiliegenden Widerspruchsformular aus und senden es unterschrieben fristgerecht an das Amtsgericht zurück. Bitte achten Sie darauf, dass Sie die Frist nicht versäumen, da ansonsten Vollstreckungsmaßnahmen drohen.

Nachdem Sie Widerspruch eingelegt haben, kann die Gegenseite beantragen, dass der Prozess vor dem zuständigen Amt- oder Landgericht weitergeführt wird. Dazu muss die Gegenseite aber den Anspruch begründen, Sie als Anspruchsgegnerin haben dann die Möglichkeit, darauf zu entgegnen und vorzutragen, weshalb Ihrer Ansicht nach kein Anspruch besteht.

Sofern ein Anspruch gegen Sie besteht, sollten Sie den Mahnbescheid akzeptieren um keine weiteren Kosten auszulösen. Da Ihnen zuvor aber keine Mahnung zugeschickt worden war, befanden Sie sich zum Zeitpunkt der Beantragung des Mahnbescheides nicht in Verzug. Sie sind daher auch nicht verpflichtet, die Kosten des Mahnbescheides zu übernehmen.

In einem solchen Fall sollten Sie im Widerspruch nur ankreuzen, dass Sie den Kosten des Mahnbescheides widersprechen, nicht aber der Hauptforderung.

Der Grund, weshalb gegen Sie so kurzfristig und ohne Mahnung ein Mahnbescheid beantragt wurde, ist vermutlich die drohende Verjährung zum 31.12.2009. Ansprüche aus dem Jahr 2006 verjähren nämlich zum 31.12.2009, wenn Sie nicht zuvor gerichtlich geltend gemacht wurden.
Eine Geltendmachung war daher noch möglich, unterstellt, es bestünden gegen Sie tatsächlich noch Ansprüche. Dies darf natürlich nicht zu Ihren Kosten gehen, wenn Sie zuvor noch keine Mahnung oder Zahlungsaufforderung erhalten haben.

Bitte achten Sie auf die o.g. Fristen.



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