Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Antritt des Erbes ausländischer Staatsbürger

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz
Stand: 22.12.2009

Frage:

Ich bin US-Staatsbürgerin, die zur Zeit in Italien lebt. Meine deutsche Großmutter ist im Oktober 2009 gestorben. Habe ich ein Erbrecht? Pflichtteil? Sie hat kein Testament hinterlassen und sie hat zwei Kinder. Meine Mutter in Amerika und einen Onkel in Berlin. Sie hat auch zwei Großenkel hinterlassen: meinen Bruder und mich.

Zwei Wochen danach ist ihre Schwester gestorben! Meine Urtante ist verstorben und hat nie Kinder gehabt...aber sehr viele Schulden hinterlassen (glaube ich jedenfalls...es wurde so erzählt). Muss ich das Erbe ausschlagen?

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz   |Hier klicken

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

1. Hinsichtlich des Erbfalles Ihrer Großmutter, welche im Oktober 2009 verstorben ist, gilt die gesetzliche Erbfolge, da kein Testament vorliegt. Die gesetzliche Erbfolge tritt immer dann ein, wenn es keine individuelle Erbenbestimmung, also kein Testament, gibt. Der Grundsatz, wie ihn das Gesetz vorsieht, besagt, dass zuerst die nächsten Verwandten als Erben infrage kommen, also jene Personen, die mit dem Erblasser gemeinsame Vorfahren haben. Daneben hat der Ehegatte des Erblassers, mit dem er nicht blutsverwandt ist, ein gesondertes Erbrecht.
Für adoptierte und nichteheliche Kinder geltende gleichfalls einige Besonderheiten. Sie sind aber grundsätzlich den ehelichen Kindern gleichgestellt.
Die Verwandten werden vom Gesetz in Ordnungen eingeteilt. Maßgeblich ist dafür der Grad der Verwandtschaft. Wer also nahe mit dem Erblasser verwandt ist, soll er erben. Die Regel heißt daher, dass ein Verwandter einer vorhergehenden Ordnung einen der nachfolgenden Ordnungen von der Erbfolge ausschließt.
Zur ersten Ordnung gehören Abkömmlinge des Erblassers und deren Abkömmlinge, also Kinder, Enkel, Urenkel des Erblassers. Da ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung davon ausgehe, dass der Ehegatte Ihrer Großmutter nicht mehr lebt, erlaube ich mir, diesen Punkt auszusparen.
§ 1924 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sieht vor, dass zurzeit des Erbfalles lebende Abkömmlinge die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge von der Erbfolge ausschließen. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass Sie und Ihr Bruder als Enkelkinder nur dann Erbe Ihrer Großmutter werden würden, wenn Ihre eigenen Eltern nicht mehr leben. Erst dann steigen Sie gemäß § 1924 Abs. 3 BGB in die Erbenstellung auf.

Hier die gesetzliche Vorschrift des § 1924 BGB:

http://dejure.org/gesetze/BGB/1924.html

In Ihrem Fall bedeutet dies, dass die leiblichen Kinder Ihrer Großmutter, mithin also Ihre Mutter und der Onkel aus Berlin, Erben geworden sind.
Sofern noch weitere Kinder Ihrer Großmutter existieren, die aber bereits verstorben sind, treten deren Abkömmlinge an die Stelle der verstorbenen Eltern.
Sie und Ihr Bruder sind daher nicht erbberechtigt.

Pflichtteils berechtigt wären Sie gemäß § 2303 BGB erst dann, wenn Sie zu dem pflichtteilsberechtigten Personenkreise gehören würden und durch Testament ganz oder teilweise von der Erbfolge ausgeschlossen wären. Da dies hier vorliegend nicht der Fall ist, spielende Pflichtteilsansprüche keine Rolle.

Hier die gesetzliche Vorschrift des § 2303 BGB:

http://dejure.org/gesetze/BGB/2303.html

2. Grundsätzlich gilt, dass die Erben nach deutschem Erbrecht automatisch Erbe werden, wenn sie dem Erbe nicht widersprechen. Dies bedeutet, dass derjenige, der nicht Erbe werden will, das Erbe ausschlagen muss. Versäumt der Erbe die Ausschlagungsfrist, bedeutet dies, dass die Erbschaft angenommen ist.
Die Ausschlagung muss gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden, und zwar am Ort des letzten Wohnsitzes des Erblassers. Die Unterschrift der Erklärung muss öffentlich beglaubigt sein oder zu Protokoll des Gerichts erfolgen. Es reicht also nicht, wenn nur eine telefonische Nachricht erfolgt oder eine E-Mail an das Nachlassgericht geschickt wird.
Sie können die Ausschlagung erst nach Eintritt des Erbfalls erklären, und dass nur innerhalb von sechs Wochen. Die Frist verlängert sich auf sechs Monate, wenn der Erblasser nur im Ausland wohnte oder wenn der Erbe bei Beginn der Frist im Ausland ist.
Zudem ist erforderlich, dass der Erbe Kenntnis vom Erbfall hat. Bei der gesetzlichen Erbfolge nimmt der Erbe dann Kenntnis, wenn ihm der Erbfall und sein Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser bekannt wird.

In Ihrem Fall lässt sich aufgrund Ihrer Angaben nicht hundertprozentige klären, ob die Frist schon begonnen hat oder nicht. Denn es ist natürlich auch notwendig, dass Sie Kenntnis davon haben, dass Sie als Erbe in Betracht kommen. Möglicherweise kommen noch andere Erben in Betracht, die entweder schon abgelehnt haben, oder die die Erbschaft bereits angenommen haben.

Da der Erbfall erst im Oktober beziehungsweise November 2009 eingetreten ist, und Sie sich zu diesem Zeitpunkt vermutlich im Ausland befunden haben, wird dürfte die Frist von sechs Monaten zur Erbausschlagung aber noch nicht abgelaufen sein.
Sofern Sie vorsorglich herausfinden möchten, wie der Stand in der Nachlassangelegenheit der Schwester Ihrer Mutter ist, empfehle ich Ihnen, sich direkt an das zuständige Nachlassgericht zu wenden. Sie können dies zunächst im Wege der Anfrage erledigen, um herauszubekommen, ob bereits ein Erbe feststeht.
Erst dann können Sie zuverlässig sagen, ob Sie als Erbe in Betracht kommen oder nicht. Ich gehe aber davon aus, dass aufgrund der gesetzlichen Erbfolge Ihre Mutter beziehungsweise der Onkel in Berlin zunächst als Erben in Betracht kommen. Dies ist mit letzter Sicherheit aber erst bei einer kompletten Betrachtung der Verwandtschaftsverhältnisse beurteilbar.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Kfz Gewährleistung

Anspruch auf Zahlung von Weihnachtsgeld bei Ausscheiden zum Jahresende | Stand: 22.12.2009

FRAGE: Meine Frage bezieht sich auf das Auszahlen von Weihnachtsgeld als Sonderzahlung.Ich habe in meinem derzeitigen Büro fristgerecht gekündigt, weil ich im kommenden Jahr eine neue, bessere Stell...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,Fragestellung: Anspruch auf Zahlung von Weihnachtsgeld bei Ausscheiden zum JahresendeDie Zahlung von Weihnachtsgeld ist eine der klassischen Jahressonderleistungen. Der Begriff wir ...weiter lesen

Fallen GEMA Gebühren bei gewinnfreien Veranstaltungen an? | Stand: 21.12.2009

FRAGE: Wir sind ein Kleingartenverein mit einer Anerkennung einer steuerlichenGemeinnützigkeit. Müssen wir GEMA-Gebühren für die Musik bezahlen bei unseren Veranstaltungen, obwohl wir keine...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Die GEMA beansprucht für jegliche öffentliche Nutzung von Musik aus ihrem Repertoire Gebühren. Hierbei ist es jedenfalls nach Auffassung der GEMA auch gleich, ob di ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Zivil-/ Zivilprozeßrecht

Interessante Beiträge zu Kfz Gewährleistung

Falscher Kilometerstand - Geld zurück für gebrauchten Porsche
Nürnberg (D-AH) - Falsche Angaben zum Kilometerstand können KfZ-Händlern teuer zu stehen kommen. Nach einem Urteil des Landgerichts Coburg (Az. 23 O 596/05) muss ein Autohaus einen gebrauchten Porsche wieder zu ...weiter lesen

Auch nach Werkstattwechsel gilt Garantie weiter
Nürnberg (D-AH) - Die Garantie für ein gebrauchtes Auto gilt auch bei einem Wechsel des Reparaturbetriebs weiter. So urteilte nach Mitteilung der telefonischen Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline das Am ...weiter lesen

Auch ein Neuwagen darf scheppern
Nürnberg (D-AH) - Einen beim Starten scheppernden Motor müssen auch Neuwagenbesitzer hinnehmen. Nach einem Urteil des Landgerichts Köln (Az. 5 O 335/03) handelt es sich dabei nicht um eine Sachmangel, berichtet di ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-25
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.614 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 17.01.2017
Immer wenn ich anrufe werde ich sehr schnell und Kompetent beraten.Vielen Dank dafür

   | Stand: 16.01.2017
Vielen Dank für die sehr gute Beratung

   | Stand: 13.01.2017
Ein sehr freundlicher, kompetenter Anwalt, der in wenigen Minuten einen komplizierten Sachverhalt lösen konnte.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Zivilrecht | Wettbewerbsrecht | Zivilprozessrecht | Zivilrecht | Abtrittserklärung | Auto Reklamation | Auto zerkratzt | Autogarantie | Autoreparatur | Gebrauchtwagengarantie | Gewährleistung Autokauf | Kfz-Garantie | Schadensersatz | Kfz Wandlung | Neuwagengarantie | PKW Garantie

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns täglich mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-25
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen