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Grundwasser dringt ins Gebäude ein - Frau des verstorbenen Hausmeisters wird der unterlassenen Aufklärung beschuldigt

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 09.11.2009

Frage:

Wir haben vor 10 Jahren eine Eigentumswohnung verkauft. Damals war mein Mann noch Hausmeister, leider ist er inzwischen verstorben. Seit 1984 ist regelmäßig Grundwasser in das Gebäude eingedrungen. Mir wird jetzt zur Last gelegt, dass er bei der Besichtigung regelmäßig anwesend war und über das Grundwasserproblem bestens informiert war.

Hätte der Käufer von dem Grundwasser gewusst, hätte er die Wohnung nicht erworben. Es wird daher die Rückabwicklung des Wohnungskaufvertrages erwogen. Wir hatten damals die Wohnung verkauft wegen Auswanderung und nicht wegen dem Grundwasser. Wie soll ich jetzt weiter vorgehen?

Übrigens: das ganze Gebäude wurde evakuiert, da Einsturzgefahr besteht.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

zunächst möchte ich Ihnen die dringende Empfehlung geben, sich wegen der weiteren rechtlichen Vertretung an einen Rechtsanwalt in Ihrer Umgebung zu wenden. Die Kosten hierfür spielen für Sie wohl keine Rolle, da es für einkommensschwache Personen die Möglichkeit der Beratungshilfe und der Prozeßkostenhilfe gibt. Ihr Anwalt wird Sie insoweit gerne beraten und unterstützen.

In der Sache kann ich den folgenden Hinweis geben:

Der Käufer einer Sache kann den Kauf anfechten und rückabwickeln, wenn er bei Vertragsabschluss arglistig getäuscht worden ist. Eine solche arglistige Täuschung liegt auch dann vor, wenn der Käufer vom Verkäufer nicht über versteckte wesentliche Mängel der Mietsache unterrichtet worden ist. Es besteht dann eine Hinweispflicht.

Ob eine solche Hinweispflicht bestand und ob Ihr Ehemann dieser nachgekommen ist, kann an Hand Ihrer Angaben nicht verbindlich festgestellt werden. Wusste er als Hausmeister allerdings von dem erheblichen Wassereinbruch und war ihm damit klar, dass dieser zu erheblichen Folgekosten für die Wohnungseigentümer führen konnte, liegt es nahe, dass insoweit auch eine Aufklärungspflicht bestand. Das gilt insbesondere dann, wenn der Wassereinbruch für einen Käufer bei einer Besichtigung der Anlage nicht ohne weiteres sichtbar war.

Auf die Frage aus welchem Motiv heraus Sie seinerzeit die Wohnung verkauft haben, kommt es dabei überhaupt nicht an.

Sie selbst sind in die Angelegenheit sowohl als ehemalige Miteigentümerin der Wohnung wie als Erbin Ihres verstorbenen Mannes verwickelt. Es ist daher gut möglich, dass entsprechende Ansprüche Ihnen gegenüber geltend gemacht werden können. Angesichts der erheblichen Schadenshöhe ist daher die Einschaltung eines Rechtsanwaltes unverzichtbar zumal Sie bei einer entsprechenden Klage der Gegenseite einen Anwalt vor dem Landgericht benötigen.



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