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Wirkt eine Elternzeit rentensteigern oder sollte man eine Stundenreduzierung des Arbeitgebers annehmen?

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 05.11.2009

Frage:

Ich habe im November 2004 ein Kind in Vollzeitpflege aufgenommen. Damals konnte ich es mir nicht leisten, in Elternzeit zu gehen. Jetzt habe ich Mitte diesen Jahres Elternzeit beantragt, weil ich der Ansicht war, ich könne dies bis zum 8. Lebensjahr des Kindes in Anspruch nehmen. Dies wurde vom Arbeitgeber mit dem Argument, Elternzeit könne ab der Aufnahme des Kindes genommen werden, abgelehnt. Bisher habe ich mich damit zufrieden gegeben, da mein Arbeitgeber einer Stundenreduzierung zugestimmt hat. Nun habe ich aber mitbekommen, dass es für meine Rente besser wäre, diese Zeit als Elternzeit angerechnet zu bekommen.

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Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

es ist zutreffend, dass es sich rentensteigernd auswirkt, wenn ein möglichst langer Zeitraum Elternzeit genommen wird. In diesem Zeitraum wird der Durchschnittswert aller Versicherten dem erziehenden Elternteil als Pflichtbeitrag von der Rentenversicherung gutgeschrieben. Wenn der Elternteil daneben noch eine zusätzliche Tätigkeit ausübt, werden die Rentenansprüche aus dieser Tätigkeit hinzu addiert, so dass in diesem Zeitraum Rentenansprüche aus einem recht hohen Einkommen erworben werden.

Grundsätzlich ist die Elternzeit in den ersten 3 Lebensjahren des Kindes zu nehmen ( § 15 Abs.2 Satz 1 BEEG). Allerdings ist es zulässig einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten auch danach bis zum 8.Lebensjahr des Kindes zu nehmen. Allerdings steht dieses Recht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Arbeitgebers (§ 15 Abs.2 Satz 4 BEEG).

Die Auffassung des Arbeitgebers, dass die Elternzeit nur unmittelbar nach der Aufnahme des Kindes in die Pflege genommen werden kann, trifft also so nicht zu. Zumindest hinsichtlich eines Zeitraumes von bis zu 12 Monaten kann dieses auch noch bis zum 8. Lebensjahr geschehen.

Hinsichtlich der notwendigen Zustimmung sollten Sie hier noch einmal mit Ihrem Arbeitgeber verhandeln. Da Sie sowieso derzeit Teilzeit arbeiten, dürfte es für ihn eigentlich kein Problem darstellen, der restlichen Elternzeit zuzustimmen. Mit greifbaren Nachteilen ist dieses für ihn nicht verbunden.



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