Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Besteht eine Möglichkeit die Auszahlung des Pflichtteils der Erben zu umgehen?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 01.10.2009

Frage:

Wir sind ein Ehepaar mit insgesamt 4 erwachsenen Kindern. Davon ist ein Sohn aus erster Ehe der Ehefrau. 2 Kinder aus erster Ehe des Ehemannes und ein Sohn aus einer früheren Beziehung des Ehemannes.
Der jüngste ist 30 Jahre alt. Alle Kinder verfügen über eigene ausreichende Einkommen und führen ein selbständiges Leben. Alle Kinder haben bereits wieder Nachkommen.

Da wir in unserer Ehe einiges angespart haben, möchten wir gerne dafür sorgen, daß im Falle des Ablebens eines Partners das vorhandene Vermögen bzw. die Immobilien und Anlagen jeweils vollständig dem anderen Ehepartner zufallen bis dieser verstirbt und dann erst die Nachkommen in den Genuß dessen kommen, was ggf. übrig ist.
Kurz gesagt, wir möchten auch keinen Pflichtteil auszahlen, da wir sonst womöglich selbst in finanzielle Schwierigkeiten geraten bzw. um die Früchte unserer Arbeit kommen.

Ist es möglich, ein solches Testatment bzw. eine solche Verfügung zu tätigen?

Anzumerken ist, daß mein Mann durch einen Schlaganfall etwas beeinträchtigt ist und keinesfalls ein handgeschriebenes Testament selbst verfassen kann. Geistig ist er nicht beeinträchtigt.

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

Antwort:

Sehr geehrte Mandantin,

zunächst möchte ich mich für die Beauftragung bedanken. In Ihrer konkreten Rechtsfrage bin ich nach eingehender Überprüfung zu folgender Lösung gelangt:

So verständlich Ihr Wunsch auch ist, möglichst keine Pflichtteilsansprüche erfüllen zu müssen, so muss ich Ihnen leider mitteilen, dass das Gesetz hier leider sehr enge Grenzen gesetzt hat, § 2333 BGB. Der Ausschluss einer Pflichtteilsberechtigung kommt i. d. R. nur zum Tragen, wenn der Berechtigte sich eines groben Fehlverhaltens gegenüber dem Erblasser schuldig gemacht hat (abgesehen vom freiwilligen Verzicht). Man kann aber Anreize schaffen, die dem Berechtigten die Wahl den Pflichtteil zu fordern erschwert, z. B. dadurch, dass man in Aussicht stellt, nach dem Ableben des überlebenden Ehegatten ein größeres Erbe anzutreten, wenn der Pflichtteil nicht gefordert wird.
Ein entsprechendes gegenseitiges/gemeinsames Testament könnte wie folgt aussehen:
§ 1
Der ersterbende Ehegatte beruft den überlebenden Ehegatten zu seinem Alleinerben als Vorerben.
Die Vorerbschaft dauert bis zum Tod oder bis zur etwaigen Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten. Dieser ist als Vorerbe von allen gesetzlichen Beschränkungen befreit mit der Ausnahme, dass er bei Verfügungen über den zum Nachlass des erstverstorbenen Ehegatten gehörenden Grundbesitz der Zustimmung der Nacherben bzw. ihres Vertreters bedarf.
Die Nacherben erhalten nur den Rest des Nachlasses

§ 2
Der erststerbende Ehegatte beruft zu seinen Nacherben:
1. den Sohn xy zu einer Quote von xy
2. die Tochter xy zu einer Quote von xy
oder ? falls nach Kindern getrennt werden soll - :
sollte ich, der Ehemann , der zuerststerbende Teil sein, so berufe ich zu meinen Nacherben:
1.
2.
Sollte ich, die Ehefrau, der zuerststerbende Teil, so berufe ich zu meinen Nacherben:
1.
2.
Ersatzerben sind die Abkömmlinge der Berufenen.
§ 3
Tritt die Nacherbfolge infolge Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten ein, so steht diesem am Nachlass des erstverstorbenen Ehegatten der Nießbrauch bis zu seinem Tode zu.
§ 4
(Fakultativ aber empfehlenswert: Testamentsvollstreckung)
Der erststerbende Ehegatte beruft zu seinem Testamentsvollstrecker Herrn xy, Ersatztestamentsvollstrecker ist Herr xy. Sollte keiner von Ihnen als Testamentsvollstrecker in Frage kommen oder sollte später einer in dieser Eigenschaft vor Erledigung seiner Aufgaben wegfallen, so soll das Nachlassgericht einen Testamentsvollstrecker ernennen.
Der Testamentsvollstrecker hat folgende Aufgaben:
a) er hat die Rechte und Pflichten der Nacherben bis zum Eintritt der Nacherbfolge, insbesondere gegenüber dem alleinigen Vorerben nach §1 wahrzunehmen. Der Alleinerbe selbst ist nicht mit Testamentsvollstreckung belastet.
b) er hat nach dem Eintritt der Nacherbfolge den Nachlass des erstverstorbenen Ehegatten in Besitz zu nehmen und zu verwalten. Er hat die Auseinandersetzung des Nachlasses unter den Nacherben nach billigem Ermessen vorzunehmen.
§ 5
Sollte ein erbberechtigter Abkömmling auf den Tod des erststerbenden Ehegatten den Pflichtteil verlangen, so sind er und seine Nachkommen von der Nacherbfolge gemäß § 2 ausgeschlossen.


Dieses Testament muss von einem der beiden Ehegatten handschriftlich geschrieben werden, wobei der andere dann nur noch unterschreibt. Es kann auch nur gemeinschaftlich wieder geändert werden.
Da Sie von einer Beeinträchtigung Ihres Mannes geschrieben haben, wäre es natürlich auch möglich und evtl. sinnvoll, ein notarielles Testament zu errichten, wobei sich der Notar dann auch von der Testierfähigkeit Ihres Ehemannes überzeugen und dies festhalten kann, so dass hier möglichen Anfechtungen vorgebeugt wird.
Da man aber auch durch diesen Anreiz nicht sicher sein kann, dass nicht doch ein Pflichtteil gefordert wird, ist es legitim die Erbmasse entsprechend zu schmälern, also bestimmte Gegenstände oder Immobilien im Wege eines Vermächtnisses dem anderen zu hinterlassen oder bei Versicherungen u. ä. jeweils den anderen Partner als Bezugsberechtigten einzusetzen, so dass diese Werte nicht mit in die Erbmasse, aus der sich der Pflichtteil berechnet, einbezogen werden. Die Aussetzung eines Vermächtnisses ist aber nur insoweit möglich, als es sich dabei nicht um das hauptsächliche Vermögen des Erblassers handelt, d. h. neben dem Vermächtnis müssen noch andere Vermögenswerte zum Vererben bleiben.
Als Formulierung kann hier in etwa z. B. gewählt werden: den jeweiligen Eigentumsanteil zu ½ an der Immobilie xy soll der überlebende Ehegatte im Wege des Vermächtnisses erhalten.



Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Nacherbe

Geerbter Pflichtteil zu niedrig? | Stand: 21.02.2012

FRAGE: Meine Mutter war nicht verh. lebte mit einem Mann zusammen. Der Mann starb vor 7 Jahren also erbte meine Mutter alles denn beide machten ein Testament auf Gegenseitigkeit. d.h. der länger lebend...

ANTWORT: Zunächst erklärt sich hiermit die Quote Ihres Pflichtteils, nämlich 1/8. Bei gesetzlicher Erbfolge würde auf jedes der 4 Kinder ein Anteil in Höhe von ¼ entfallen, der Pflichttei ...weiter lesen

Vorläufiges Zahlungsverbot - Hinderungsgrund um Erbschaft auszuschlagen? | Stand: 18.12.2011

FRAGE: In dem Testament meiner verstorbenen Schwester sind meine andere Schwester und ich jeweils zur Hälfte als Erben eingesetzt. Meine Schwester ".... ist jedoch nur (befreite) Vorerbin. Nacherbe ist mei...

ANTWORT: Sie sind durch das Testament Ihrer verstorbenen Schwester zum Testamentsvollstrecker für dieses Testament bestimmt wurden. Ihre Befugnisse und Pflichten richten sich mithin nach §§ 219 ...weiter lesen

Hat ein Kind recht auf das Erbe ? | Stand: 14.02.2011

FRAGE: Gemeinschaftliches Tesament (Berliner Testament) Eheleute gegenseitig als Vollerbe. Meine Frau ist verstorben. Frage: Hat mein einziger Sohn anrecht auf Erbe/ Pflichtanteil? Als Erbe des Letzverstorbene...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Diese Anfrage beantworte ich Ihnen wie folgt:Maßgeblich für die Beantwortung Ihrer Anfrage sind die Vorschriften der §§ 1922 ff. BGB. In diesen Vorschriften de ...weiter lesen

Gegenseitige Einsetzung der Ehegatten im Testament - Welche Auswirkungen hat dies auf den Pflichtteil der Kinder? | Stand: 22.12.2010

FRAGE: Mein Vater ist am 30.11.2010 verstorben und das notariell beurkundete Testament von 1992 ist eröffnet worden. Meine Eltern haben sich demnach gegenseitig als Vollerben eingesetzt und verfügt...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,nach dem Erbrecht des BGB, §§ 1922 ff. BGB, sind gem. § 1924 BGB die Kinder zu den gesetzlichen Erben der 1. Ordnung berufen. Mithin sind Sie und Ihr Bruder zunächs ...weiter lesen

Das Verfassen eines Testaments - Formerfordernisse und rechtliche Möglichkeiten bei der Festlegung der Erbfolge | Stand: 06.12.2010

FRAGE: Ich möchte ein Testament errichten. Ich habe 2 Enkelkinder. Weitere Erbberechtigte sind sind vorhanden. Ich habe Barvermögen und eine Immobilie. Das über den Pflichtteil hinausgehende Vermöge...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,grundsätzlich wäre hier ein Testament möglich, welches die Freundin als Alleinerbin Ihres Vermögens einsetzt.Die Regelungen des Erbausschlusses findet sich i ...weiter lesen

Steht den Kindern schon beim Tod eines Elternteils ein Teil des Erbes zu? | Stand: 09.03.2010

FRAGE: Meine Eltern haben sich testamentarisch gegenseitig als Erben eingesetzt. Danach sollen beide Kinder zu gleichen Teilen erben. Mein Vater ist inzwischen verstorben. Steht mir vorzeitig zumindest ein Pflichttei...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,grundsätzlich kommt ein Pflichtteilsanspruch nur dann in Betracht, wenn der Berechtigte nicht oder nicht wenigstens in Höhe seiner Pflichtteilsquote Erbe oder Vermächtnisnehme ...weiter lesen


Rechtsbeiträge über Erbrecht / Erb- und Steuerrecht
Interessante Beiträge zu Nacherbe

Behindertentestament und Testamentsvollstreckung
| Stand: 24.11.2014

Behindertentestamente sollen dazu dienen, den behinderten Angehörigen bestmöglich abzusichern. Vor allem der Zugriff des Sozialhilfeträgers auf das Erbe oder einen stattdessen gegebenen Pflichtteilsanspruch ...weiter lesen

Wann ist eine Erbausschlagung sinnvoll?
| Stand: 18.03.2014

Häufig findet sich die Vorstellung, dass es angezeigt sei, eine Erbschaft auszuschlagen, um dann anschließend den Pflichtteil verlangen zu können. Eine solche undifferenzierte Handhabung führt aber dazu, ...weiter lesen

Erbt die Vorerbin doch alles?
| Stand: 07.05.2013

Frage: Mein Vater hatte in seinem Testament unsere Mutter als "Alleinerbin" eingesetzt, wobei ich dann "nach deren Tod" das Familienerbe antreten soll. Wer ist denn nun der wirkliche Erbe seines Nachlasses? Antwort: Wegen ...weiter lesen

E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-14
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

19.609 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 16.01.2017
Vielen Dank für die sehr gute Beratung

   | Stand: 13.01.2017
Ein sehr freundlicher, kompetenter Anwalt, der in wenigen Minuten einen komplizierten Sachverhalt lösen konnte.

   | Stand: 09.01.2017
Bei dem Gespräch mit dem Anwalt kam auch die Deutsche Anwaltshotline ins Gespräch. Neugierig geworden habe ich nach Beendigung des Telefongespräches gesucht und auch gefunden und meine Meinung kundgetan. Ich wünschte mir in unserer Nähe auch so kompotente Beratung, da ging es mir oft besser. Danke für die Beratung.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Erbrecht | Erbrecht | Steuerrecht | Erb- und Steuerrecht | Abkömmlinge | Alleinerbe | Angehörige | Erben | Erbfolge | Erblasser | ersten Grades | Geschwister | Haupterbe | Verwandte | Verwandtschaftsgrad | Halbbruder

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns täglich mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Deutsche Anwaltshotline
Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-14
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen