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Jahre nach dem Ableben des Erblassers meldet sich ein weiterer Erbe und verlangt die Auszahlung seines Anteils

Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer
Stand: 01.09.2009

Frage:

Im Jahre 2006 ist mein leiblicher Vater gestorben, den ich leider nie persönlich kennen gelernt habe, da ich namentlich adoptiert worden bin. Nach langer Suche über das Nachlassgericht konnte kein anderer Erbe ermittelt werden, so dass ich nach reichlicher Überlegung das Erbe
in Höhe von ca. 16.000,- Euro angenommen habe.

Jetzt im Jahre 2009 meldete sich eine Person, die Anspruch zu diesen Erbanteil erhoben hat und nach Prüfung durch das Amtsgericht wurde der Erschein eingezogen bzw. für kraftlos erklärt.
Nun wurde mir eine Forderung über den hälftigen Betrag, von einer Anwaltskanzlei zugestellt, innerhalb von 10 Tagen diesen Betrag auf ein Konto zu überweisen.

Durch die vergangenen Jahre habe ich das Erbe, wie Wohnungswechsel usw. ausggegeben.

Nun meine Frage:
Welche Möglichkeiten bzw. muss ich zu dem oben genannten Termin, den Betrag (welcher ich als Kredit aufnehmen müsste) überweisen oder welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen überhaupt, wie Ratenzahlung oder auch eine verringerte Einmalzahlung.

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Antwort:

Ich würde dem neuen Erben und seinem Anwalt zunächst einmal die Einrede des § 2021 BGB entgegenhalten. Danach ist der Erbschaftsbesitzer, der zur Herausgabe des Erbes außerstande ist, zur Herausgabe nur nach den Vorschriften der ungerechtfertigten Bereicherung verpflichtet. Eine ungerechtfertigte Bereicherung muß der gutgläubige Erwerber aber nur dann herausgeben, wenn er noch bereichert ist.

Sie sind zunächst einmal gutgläubig, da Sie nicht nach Jahren damit rechnen mussten, dass noch ein weiterer Erbe auftritt. Aufgrund des Erbscheines, der nur Sie als Erben auswies, konnten Sie davon ausgehen, dass keine weiteren Erben vorhanden waren.

Sie sind dann nicht mehr bereichert, wenn das Erbe vollständig oder teilweise ausgegeben ist. Wichtig ist, dass Sie nicht für das Erbe andere werthaltige Gegenstände (Auto, Fernseher) erlangt haben, sondern das Geld ausgegeben haben z.B. für Ihren Lebensunterhalt, Reisen etc..

Sie sollten dem Anwalt also zunächst schreiben, dass Sie das Erbe für die Fianzierung Ihres Lebensunterhaltes komplett ausgegeben haben und daher die Einrede der Entreicherung geltend machen.

Sollte der gegnerische Anwalt gleichwohl auf Zahlung bestehen, können Sie ihm vergleichsweise die Zahlung eines kleineren Teilbetrages anbieten, den Sie in Raten zahlen. Geht er darauf nicht ein, sollten Sie sich selber einen Anwalt nehmen um ungerechtfertigte Forderungen abzuwehren.



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