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Berechnung des Volljährigenunterhalts eines 19jährigen Kindes


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Uwe Peters
Stand: 31.08.2009

Frage:

Ehepaar geschieden seit über 10 Jahren. Zwei unterhaltsberechtigte Kinder bei der Mutter lebend. Beide Kinder nun 18 und 19 Jahre alt und noch einige Jahre schulpflichtig.
Ich (Vater) zahle regelmäßig Kindesunterhalt. Ich habe in zweiter Ehe noch zwei Kinder bekommen, die in meinem Haushalt leben. Der 18 jährige aus 1. Ehe möchte nun in meinen Haushalt ziehen (aus persönlichen Gründe).

Beiden Kindern zahlte ich bisher je 498 ? Unterhalt.

Was müsste ich in der oben beschriebenen Situation dem verbliebenen Kind aus erster Ehe noch an Unterhalt zahlen. Ist es nich so, dass sich beide Eltern die Kinder nun teilen d.h. meine Exfrau zahlt für ein Kind und ich zahle für ein Kind?

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Antwort:

Fragestellung: Berechnung des Volljährigenunterhalts eines 19jährigen Kindes

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt das elterliche Sorgerecht, d.h. beide Eltern sind ab sofort barunterhaltspflichtig und zwar bis zum Ende eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses, vgl. § 1610 Abs.2 BGB Der bislang gewährte Betreuungsunterhalt entfällt.

Das volljährige Kind muss also jetzt selbst für die Durchsetzung seiner Unterhaltsansprüche sorgen. Jedes Kind hat also einen eigenen Anspruch gegen beide Eltern! Ihr Modell, dass jeweils ein Elternteil für jeweils ein Kind Unterhalt leistet, ist nicht durchführbar, da sich Ihre jeweiligen Einkommen (deutlich) unterscheiden. Dies würde für alle Beteiligten zu Ungerechtigkeiten führen.

Der Unterhalt für volljährige Kinder, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen, richtet sich in der Regel nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Ihr Bedarf bemisst sich, falls beide Elternteile leistungsfähig sind, nach dem zusammengerechneten Einkommen beider Elternteile. Ein Elternteil hat jedoch höchstens den Unterhalt zu leisten, der sich allein nach seinem Einkommen ergibt.

Das Kindergeld ist an Volljährige auszuzahlen und wird in voller Höhe auf den Bedarf angerechnet, vgl. § 1612b Abs.1 S.1 Nr.2 BGB. Es beträgt seit 01.01.2009 164,00.

Vor der Ermittlung der Haftungsquoten der Eltern sind von deren Einkommen zunächst die für ihren eigenen Unterhalt erforderlichen Beträge (angemessener Selbstbehalt) abzuziehen.

Der Selbstbehalt beim Volljährigenunterhalt beträgt derzeit 1100,00.

Nettoverdienst: Mutter 1500,00; Vater 7200,00. Es ergibt sich damit folgende Berechnung:

Mutter: Nettoeinkommen abzüglich 5% berufsbedingter Aufwendungen: 1500,00 ./. 75,00 = 1425,00
Vater: 7200,00 ./. 150,00 (Kappungsgrenze) = 7050,00. Beide bereinigte Nettoeinkommen zusammen: 8475,00.

Nach der Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2009) ergibt sich danach ein Bedarf der Kinder i.H.v. 661,00. Davon ist bedarfsmindernd das an sie voll auszuzahlende Kindergeld abzuziehen/anzurechnen: 661,00 ./. 164,00 = 497,00.

Mutter: 1425,00 ./. 1100,00 Selbstbehalt = 325,00
Vater: 7050,00 ./. 1100,00 Selbstbehalt = 6950,00
Zusammen: 7275,00

Mutter zahlt an Volljährigenunterhalt: 325,00 : 7275,00 x 497,00 = 22,20
Vater zahlt an Volljährigenunterhalt: 6950,00 : 7275,00 x 497,00 = 474,80
------------
Zusammen 497,00

Da die Bedingungen beider Kinder gleich sind, gilt der vorstehende Unterhalt für beide Kinder. Was die Kindesmutter und Sie in Bezug auf einen Beitrag des Kindes zu den Haushaltskosten (Kost und Logis) regeln, bleibt allein Ihnen überlassen.



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