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Kann eine Namensänderung bei einem Kind vorgenommen werden?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Tobias Kraft
Stand: 19.08.2009

Frage:

Wir möchten den Namen unserer Tochter Marlen aufgrund der häufig falschen Aussprache in "Marlene" ändern.

In einem Artikel im Internet habe ich zufällig folgendes gelesen:

In jedem Fall haben sie die Möglichkeit, innerhalb des ersten Lebensjahres den Vornamen wieder ändern zu lassen. Wurde der Name noch nicht beurkundet, ist dies kostenlos. Ansonsten müssen sie die üblichen Gebühren zahlen.

Ist das korrekt? In unserer Gemeinde kannte niemand einen entsprechenden Gesetzestext.

Der Mitarbeiter von unserer zuständigen Kreisbehörde sagte mir, das sogar das Jugendamt eingeschaltet werden müsste. Ist das richtig?

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Antwort:

Möglicherweise beziehen Sie sich auf eine Quelle auf der Seite http://forum.gofeminin.de/forum/prenoms/__f6930_prenoms-NAMENSaNDERUNG.html.
Dort heißt es unter anderem: "In jedem Fall haben sie die Möglichkeit, innerhalb des ersten Lebensjahres den Vornamen wieder ändern zu lassen. Wurde der Name noch nicht beurkundet, ist dies kostenlos. Ansonsten müssen sie die üblichen Gebühren zahlen."

Für eine kostenlose Änderung ist Voraussetzung, dass eine Beurkundung noch nicht vorgenommen wurde oder, dass eine solche zwar vorgenommen wurde, aber dem zuständigen Standesbeamten ein Fehler bei der Schreibweise des gewünschten Namens unterlaufen ist. Ein solcher Korrekturanspruch im letztgenannten Fall würde sich aus dem unten zitierten § 47 des Personenstandsgesetzes (kurz: PStG) ergeben. Ein solches Versehen des Standesbeamten liegt bei Ihnen aber offensichtlich nicht vor, da der Vorname so gewünscht war und erst die Praxis die Schwierigkeiten im Verständnis damit offenbart hat. Sofern eine Beurkundung noch nicht vorgenommen wurde, wäre die Änderung des Vornamens die erste Beurkundung, so dass die Kosten hierfür nur einmal anfielen.

Hier ist die unten ebenfalls zitierte Ziffer 62 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen
(kurz: NamÄndVwV) einschlägig. Erforderlich für die Namensänderung ist demnach das Vorliegen eines wichtigen Grundes. Da die Voraussetzungen hier im Vergleich zu den Anforderungen an wichtigen Grund im Rahmen der Änderung des Familiennamens geringer sind, dürfte der von Ihnen vorgetragene Sachverhalt ein Änderungsanliegen rechtfertigen.

In Ziffer 62 heißt es am Ende: "Vornamen von Kindern, die älter als ein Jahr und jünger als sechzehn Jahre sind, sollen nur aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes geändert werden." Dies bedeutet, dass die Anforderungen an eine Änderung des Vornamens im ersten Lebensjahr nochmals reduziert sind, jedoch Kosten für eine Änderung anfallen, sofern jedenfalls eine zutreffende Beurkundung des zunächst gewünschten Vornamens erfolgt ist und die Änderung eine zweite Beurkundung erforderlich machen würde.

Die Einschaltung des Jugendamtes ist grundsätzlich nicht erforderlich, kann aber aufgrund örtlicher Rechtsvorschriften im Einzelfall angezeigt sein.



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