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Herausgabe des Erbes des Vaters von dessen Schwester - Wie ist dies rechtlich möglich?


Online-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Andrea Fey
Stand: 27.07.2009

Frage:

Mein Vater ist am 17.06.09 im Heim ( er war alkoholkrank ) verstorben. Wir sind zum 01.03.09 nach Hamburg umgezogen und die neue Adresse hatten wir dem Heim noch nicht mitgeteilt. Ich wurde über den Tod meines Vaters auch nicht von meiner Tante ( Schwester meines Vaters ) informiert. Erfahren habe ich es jetzt vom Amt am 25.07.09.

Vor einigen Jahren sind meine Großeltern ( Eltern meines Vaters ) verstorben. Und haben ein Erbe hinterlassen, dieses sollte unter den Kindern in gleichen Teilen aufgeteilt werden. Da mein Vater schon damals dement war, wollte meine Tante das Geld verwalten. Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich erfahren, daß sie weder das Heim noch den Staat über das Erbe informiert hatte.

Im Gespräch war dann, daß sie mir das Geld überweist und ich dann alles Weitere veranlasse. Das blieb auch aus und sie teilte mir mit, daß das Geld sicher auf einem Konto " lagert ".
Ich dachte immer sie würde es für meinen Vater und deren Pflege verwenden. Jetzt geht aus Gesprächen mit Heim / Betreuern / Behörden und Vermögensverzeichnissen hervor, daß dies nicht der Fall ist.
Welche Möglichkeiten habe ich dieses Geld zu bekommen?

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Antwort:

Gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Herausgabe des Erbes Ihres Vaters von dessen Schwester Stellung:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass Ihre Tante selbstverständlich verpflichtet war, nach dem Tod Ihrer Großeltern beim Nachlassgericht (letztes Wohnsitzamtsgericht Ihrer Großeltern) zutreffende Angaben über die Nachlasswerte und Ihren Vater als weiteren Erben zu machen.

Des weiteren war sie zu einer treuhänderischen Verwaltung des Erbanteils Ihres Vaters verpflichtet, also auch dazu, über die Art und Weise der Geldanlage ordnungsgemäß Buch zu führen und das Geld mündelsicher anzulegen.

Sollte Ihre Tante gegenüber dem Nachlassgericht falsche oder unvollständige Angaben gemacht haben oder sollte sie das Geld nicht ordnungsgemäß verwaltet, sondern ggf. für eigene Zwecke verwendet haben, hätte sich Ihre Tante wegen Betruges bzw. Veruntreuung und Unterschlagung strafbar gemacht, was nach Ihrer Sachverhaltsschilderung zumindest denkbar erscheint.

Evtl. genügt bereits ein entspr. Hinweis Ihrerseits auf eine etwaige Straftat und die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens nach Strafantragstellung Ihrerseits bei der Polizei aus, damit Ihre Tante Ihnen endlich das ?sichere Konto, auf dem das Geld lagert? bekannt gibt und Ihnen überlässt.

Sollte dies nicht der Fall sein, wäre die Einreichung eines Strafantrages bei der Polizei zu erwägen.

Damit Sie aber das Geld auch tatsächlich erhalten, wäre in jedem Fall eine zivilrechtliche Klage auf Herausgabe des Erbes Ihres Vaters nach seinen Eltern gegen Ihre Tante einzureichen, was evtl. aber mit den o.g. pragmatischeren Mitteln vermeidbar sein sollte.



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