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Tatverdacht

Stand: 03.03.2015

Der Begriff des Tatverdachts ist rechtlich gesehen hauptsächlich dem Bereich des Strafrechts zuzuordnen.

Beim Tatverdacht handelt es sich um die auf bestimmte Tatsachen gestützte Annahme, dass eine oder mehrere Personen eine Straftat begangen haben könnten. Dabei muss bei der Strafverfolgungsbehörde ein sog. Willensakt in Erscheinung treten, dass sie gegen den Verdächtigten als Beschuldigten ein Strafverfahren betreiben will (BGHSt 10, 8; 37, 48). Dieser Willensakt besteht, wenn ein förmliches Strafverfahren gegen den Betroffenen als Beschuldigten eingeleitet wird oder wenn er als Beschuldigter vernommen wird. Der Tatverdacht ist damit die Grundlage, auf die alle weiteren strafprozessualen Maßnahmen, wie Ermittlungen, Vorladungen, Haftbefehle und natürlich die damit verbundenen gerichtlichen Verfahren aufbauen. Es gibt grundsätzlich drei "Kategorien" des (Tat-)Verdachtes nämlich den sog. Anfangsverdacht, den hinreichenden Tatverdacht sowie den dringenden Tatverdacht. Beim Anfangsverdacht müssen konkrete tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen, wonach aufgrund kriminalistischer Erfahrung die Beteiligung des Betroffenen an einer Straftat als möglich erscheint (BGH StV 88, 441). Dabei hat die Strafverfolgungsbehörde einen Beurteilungsspielraum (BGHSt 38, 214). Beim hinreichenden Tatverdacht ist eine Beweissituation für die Tat gegeben, die eine spätere Verurteilung des Verdächtigen auf Grund der vorliegenden Beweissituation wahrscheinlich macht. Der dringende Tatverdacht ist Voraussetzung für den Erlass eines Haftbefehls und ist von seiner Beweisintensität stärker als der hinreichende Tatverdacht. Der Tatverdacht kann sich gegen Unbekannt oder gegen eine oder mehrere Personen richten.

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   | Stand: 28.03.2017
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