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Rechtsberatung vom Rechtsanwalt zum Thema Nachforderung

In der Regel erhält ein Vermieter von seinen Mietern eine sogenannte Betriebskostenvorauszahlung, welche er dann quasi als Treuhänder wirtschaftlich verwaltet und für die Aufbringung der anfallenden Betriebskosten einsetzt. Ergibt sich nun aus bestimmten Gründen einmal die Notwendigkeit von höheren Ausgaben, so kann der Vermieter diese Kosten im Wege der Betriebskostenabrechnung durch eine Nachforderung abgelten.

Dabei gilt allerdings, dass der Vermieter dem Mieter bis spätestens zwölf Monate nach Ende der jeweiligen Abrechnungsperiode die Betriebskostenabrechnung (zumindest) zugeschickt haben muss. Hält sich der Vermieter nicht an diese Frist, und ist er hierfür nicht aufgrund einer Tatsache, die er nicht zu vertreten hat entschuldigt, so kann er keine Nachforderung mehr stellen.

Der Vermieter darf eine bereits erteilte Betriebskostenabrechnung nach Ablauf der 12-monatigen Frist gemäß § 556 Abs. 3 Satz 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht mehr zum Nachteil der Mieters ändern, so der BGH mit Urteil vom 12. Dezember 2007. Dies gelte selbst dann, wenn die Abrechnung ein Guthaben für den Mieter aufweist. Damit ist auch eine Korrektur des Abrechnungsergebnisses zumindest bis zur Höhe der bereits geleisteten Vorauszahlungen nicht mehr möglich. Der Sinn des Ausschlusses von Nachforderungen nach Ablauf der Abrechnungsfrist bestehe darin, dass dem Mieter zeitnah die Möglichkeit gegeben werden müsse, eigene Zahlungsverpflichtungen oder Ansprüche überblicken zu können.

Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass derjenige Vermieter besser dasteht, der binnen Jahresfrist überhaupt keine Abrechnung erteilt. Dieser kann zwar immer noch in Höhe der bereits geleisteten Vorauszahlungen abrechnen. Nach Ablauf der Abrechnungsfrist kann der Mieter aber unmittelbar auf Erteilung einer Abrechnung klagen, was erhebliche Kosten für den Vermieter nach sich ziehen kann. Außerdem steht dem Mieter mit Fristablauf ein Zurückbehaltungsrecht hinsichtlich der laufenden Nebenkostenvorauszahlungen zu.

Weitere Fragen hierzu beantworten Ihnen gerne die Rechtsanwälte der Deutschen Anwaltshotline!
Stand: 03.12.2010

   
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