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Buchführungspflicht

Stand: 02.11.2015

Bei der Buchführungspflicht ist strikt zwischen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Buchführungspflicht zu unterscheiden.   Nach § 238 I HGB (Handelsgesetzbuch) ist der Kaufmann i.S.v. §§ 1-6 HGB verpflichtet, Handelsbücher zu führen. Durch das BiLMoG wurde diese allgemeine Buchführungspflicht abgeschwächt, indem der neue § 241a HGB eingeführt worden ist. Nach diesem werden Einzelkaufleute (gilt also nicht für Gesellschaften!) von der Buchführungspflicht befreit, wenn deren Betriebe bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreiten.   Das Steuerrecht orientiert sich grundsätzlich an der handelsrechtlichen Buchführungspflicht:

Wer nach handelsrechtlichen Vorschriften buchführungspflichtig ist, muss Bücher auch nach den Bestimmungen des Steuerrechts führen, § 140 AO (Abgabenordnung).

Jedoch erweitert das Steuerrecht den Kreis der Buchführungspflichten auch auf bestimmte Nichtkaufleute: Nach § 141 der AO sind Gewerbetreibende und Land- und Forstwirte, soweit diese bestimmte Umsatz- und Gewinngrenzen mit Ihren Betrieben überschreiten, zur Buchführung verpflichtet.   Da Angehörige der freien Berufe kein Handelsgewerbe betreiben und damit keine Kaufleute sind und § 141 AO nur von Gewerbetreibenden und Land- und Forstwirten spricht, sind diese weder handels-, noch steuerrechtlich verpflichtet, Bücher zu führen.    Rechtsfolge der Buchführungspflicht ist, dass der betreffende Unternehmer Bücher zu führen hat. Dies hat nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu geschehen, §§ 238 ff. HGB.   Ist der Unternehmer hingegen nicht buchführungspflichtig, so kann er seinen Gewinn auch durch sog. einfache Buchführung oder Einnahme-Überschussrechnung ermitteln.   Natürlich kann ein Unternehmer oder Freiberufler, der nicht buchführungspflichtig ist, auch freiwillig Bücher führen.   Fragen zum Themenbereich Buchführungspflicht beantworten Ihnen gerne unsere Kooperationsanwälte aus den Fachbereichen Steuer-, Handels- und Gesellschaftsrecht.


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