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Sonderbedarf

Stand: 10.06.2016

Beim Unterhalt ist grundsätzlich zwischen Ehegatten- und Kindesunterhalt zu unterscheiden. Nur beim Kindesunterhalt stellt sich die Frage nach einem eventuellen Sonderbedarf.

Der Kindesunterhalt ist vom Grundsatz her der sogenannten "Düsseldorfer Tabelle" zu entnehmen. Die Düsseldorfer Tabelle ist auf den ersten Blick recht einfach gestaltet, stellt aber nur Leitlinien des Oberlandesgerichts Düsseldorf zusammen, die für einen "Normalfall" gelten. Je nach Tätigkeit des Unterhaltsverpflichteten, den Besonderheiten des einzelnen Falls und des Bundeslandes ergeben sich erhebliche Abweichungen. Daher gibt es zusätzlich noch die Leitlinien der jeweiligen Oberlandesgerichte, die hier weitere (regionale) Hinweise geben.

Der Sonderbedarf stellt einen über den normalen Unterhalt hinausgehenden Bedarf des Kindes dar. Bei diesem Sonderbedarf handelt es sich um einen unregelmäßigen, außerordentlich hohen Bedarf, der überraschend entsteht und der Höhe nach nicht im Vorfeld einschätzbar war. Typisch für den Sonderbedarf ist, dass er aus dem normalen, laufenden Unterhalt nicht gezahlt werden kann und auch nicht angespart werden kann, z.B. Kosten für Klassenfahrten. Im Unterschied zum "normalen" Unterhalt müssen beide Elternteile anteilig für den Sonderbedarf aufkommen.

Sonderbedarf muss gemäß § 1613 Abs. 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) innerhalb eines Jahres seit seiner Entstehung geltend gemacht werden.

Vom Sonderbedarf zu unterscheiden ist der sogenannte Mehrbedarf, der bei einer vorhersehbaren Bedarfserhöhung vorliegen kann. Mehrbedarf kann nicht rückwirkend geltend gemacht werden.

Ob sich in Ihrem speziellen Fall ein Sonderbedarf ergibt, und was Sie dabei beachten müssen, erklärt Ihnen ein Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Familienrecht meist in wenigen Minuten am Telefon. In komplizierteren Fällen gibt er Ihnen wichtige Hinweise und Ratschläge für das weitere Vorgehen in Ihrer Situation.


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