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Gemeinschaftskonto

Stand: 20.04.2015

Das Gemeinschaftskonto ist strukturell zwischen dem Eigen- und dem Fremdkonto angesiedelt.

Es gibt zwei Formen von Gemeinschaftskonten, das "Und"- und das "Oder"-Konto. Das Gemeinschaftskonto steht mehreren Kontoinhabern, mindestens aber zwei, häufig sind das Ehegatten, gemeinsam zu. Für Gemeinschaftskonten gelten im Übrigen die gleichen Grundsätze, wie für Einzelkonten. Vor allem müssen sie im Sinne des Grundsatzes der formalen Kontenwahrheit, auf den richtigen Namen einer existierenden Person geführt werden. Beim Und- und Oder- Konto ist jeder Kontoinhaber Gläubiger des Kontoguthabens und kann bei letzterem allein darüber verfügen. Bei Zwangsvollstreckungen kann der Gläubiger jedes Kontoinhabers das volle Guthaben pfänden und sich überweisen lassen. Der andere Kontoinhaber kann beim Oder-Konto aber wohl auch während der Zwangsvollstreckung weiter über das Konto verfügen.  Bei Gemeinschaftskonten handelt es sich um Gläubiger- und Schuldnermehrheiten in Form der Teil-, Gesamt- und Mitgläubigerschaft (§§ 420, § 428, § 431 BGB), bei Sollsalden um Teil- und Gesamtschuldnerschaft (§§ 420, § 421 BGB) sowie gemeinschaftliche Schuld bei unteilbarer Leistung (§ 431 BGB). Die Kontoinhaber eines Gemeinschaftskontos sind Gesamtgläubiger nach § 428 BGB oder Gesamtschuldner nach § 421 BGB, die im Innenverhältnis untereinander eine gegenseitige anteilige Ausgleichspflicht nach § 430 oder § 426 BGB trifft. Während jeder der Gesamtgläubiger berechtigt ist, über das gesamte Bankguthaben zu verfügen, haftet bei einem Schuldsaldo jeder Konteninhaber im Außenverhältnis gesamtschuldnerisch in voller Höhe.


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