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Nacherbschaft

Stand: 19.08.2015

Die Nacherbschaft ist in §§ 2100 ff. BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt.

Wenn der Erblasser testamentarisch festgelegt hat, dass zunächst ein Vorerbe den Nachlass erhält und erst nach dessen Tod oder zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt ein anderer, liegt Nacherbschaft vor. Die Rechtsform der Vor- und Nacherbschaft wird häufig beim Behindertentestament oder bei überschuldeten Vorerben gewählt. Der Vorerbe ist nicht der Erbe des Erblassers, sondern der Nutznießer des Erbes. Der Nacherbe beerbt nicht den Vorerben, sondern tritt die Erbfolge direkt vom Erblasser zu dem vom Erblasser festgelegten Zeitpunkt an. Der Vorerbe ist also nur der erste Erbe auf Zeit. Durch die Einsetzung von Vor- und Nacherben kann der Erblasser die Weitergabe des Nachlasses über mehrere Generationen hinweg erreichen.

Der Vorerbe kann gem. § 2112 BGB bedingt frei über das Erbe verfügen. Er darf nicht über Grundstücke, Schiffe, Schiffsbauwerke verfügen oder Schenkungen vornehmen. Abweichungen hiervon kann der Erblasser im Rahmen einer befreiten Vorerbschaft anordnen. Bei einem nicht befreiten Vorerben hat der Nacherbe deutlich mehr Kontroll- und Gestaltungsrechte. Der nicht befreite Vorerbe kann z.B. ohne die Zustimmung des Nacherben keine Immobilien veräußern oder belasten. Nachlassgegenstände zu verschenken oder unter Wert zu verkaufen ist ihm ebenfalls nicht gestattet. Möglich ist aber auch, dem Vorerben im Testament keinerlei Beschränkungen zur Verfügung über das Erbe aufzuerlegen. Der Gesetzgeber nennt dies, den Vorerben zu befreien.

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