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Karenztage

Stand: 03.05.2016

Karenztage sind ein Begriff aus dem Arbeitsrecht und meinen den Zeitraum, bis ein krankgemeldeter Mitarbeiter seine Lohnfortzahlung erhält. International üblich sind bis zu drei Karenztage. Damit soll dem Missbrauch durch „Blaumachen“ entgegengewirkt werden. In Deutschland jedoch gibt es keine Karenztage bei der Lohnfortzahlung. Der Lohn wird ab dem ersten Krankheitstag weitergezahlt.

Die Karenzzeit betrifft vor allem Menschen mit einer Berufsunfähigkeits- und einer Restschuldversicherung. Damit ist allgemein gemeint, dass während einer bestimmten Zeitspanne keine Leistungen erbracht werden.

Karenztage sind unbezahlte Krankheitstage - eigentlich

Der Begriff „Karenztage“ ist vielen Arbeitnehmern geläufig. Einige Angestellte denken, Karenztage sind die Zeit, die man ohne ärztliches Attest krank zu Hause bleiben darf. Manche denken gar, es handelt sich um unbezahlten Urlaub und fragen, ob sie einen Anspruch auf Karenztage haben. Dabei sind Karenztage eine Bezeichnung für unbezahlte Krankheitstage. Der Arbeitgeber müsste also erst nach diesen Tagen die Lohnfortzahlung zu leisten.

In Deutschland gibt es keine Karenztage, weder für Beamte, Angestellte im öffentlichen Dienst oder sonstige Arbeitnehmer.

Frau macht blau und ruht sich aus

Von Arbeitgebern wird das aber häufig gefordert, um das Blaumachen oder Krankfeiern zu einzudämmen. Gewerkschaften lehnen Karenztage ab, denn wirklich kranke Mitarbeiter würden so aus Angst vor finanziellen Einbußen trotz Krankheit zur Arbeit gehen.

Hierzulande sind Arbeitgeber nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) verpflichtet, bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Lohnfortzahlung zu erbringen. Ab dem dritten Tag der Krankheit darf er auch ein ärztliches Attest verlangen. Bis zu sechs Wochen lang muss der Arbeitgeber den Durchschnittslohn der letzten drei Monate vor der Krankheit bezahlen. Danach übernimmt die jeweilige Krankenversicherung und bezahlt Krankengeld. Das schwankt aber je nachdem, was die Versicherung abdeckt.

Um abgesichert zu sein, haben viele Arbeitnehmer eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die in einem solchen Fall für das nötige Einkommen sorgt. Für eine solche Versicherung hat „Karenz“ eine andere Bedeutung. Denn hier ist nicht mehr die Rede von Karenztagen, sondern von der Karenzzeit, die meist viel länger ist als nur ein paar Tage.

Karenzzeit: der leistungsfreie Zeitraum von Versicherungen

Im Bereich der Versicherungen bedeutet die Karenzzeit einen leistungsfreien Zeitabschnitt. Bei einigen Versicherungen macht eine Karenzzeit Sinn, da der Betroffene im Schadensfall zunächst anderweitig versorgt ist und mit einer Karenzzeit Beiträge sparen kann.

Eine Karenzzeit kommt bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf zweierlei Wege in Betracht:

  • Karenzzeit nach Vertragsunterzeichnung:
    Hierbei wählt der Versicherte, ob er direkt nach der Unterzeichnung eine Karenzzeit nehmen möchte. Diese beträgt in der Regel 6, 12, 18 oder gar 24 Monate. In dieser Zeit müssen keine Beiträge gezahlt werden, die Versicherung muss in dieser Zeit aber auch nichts leisten. Daher sollte vorher genau abgewägt werden, ob man diese Zeit notfalls auch mit eigenen Mitteln überstehen könnte.

  • Karenzzeit nach Schaden:
    Hier vereinbaren die Vertragspartner eine leistungsfreie Zeit, nachdem ein Schaden eingetreten ist. Damit möchten Versicherungen unrechtmäßige Leistungen für eine vorübergehende Berufsunfähigkeit vermeiden. Auch hier sollten Versicherte nur zustimmen, wenn sie über ausreichende finanzielle Rücklagen verfügen, um einen Verdienstausfall zu verkraften.


Warum Karenzzeit?

Die Karenzzeit ist zunächst ein Zugeständnis an die Versicherung, denn sie verhindert ein bewusstes Ausnutzen von Versicherungsleistungen. Für den Versicherungsnehmer hat die Karenzzeit den Vorteil, dass die Versicherungsbeiträge dadurch insgesamt gesenkt werden.

In der Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Karenzzeit sinnvoll, da gesetzlich Versicherten in einem Krankheitsfall zunächst andere Leistungen zustehen. Die Karenzzeit beträgt zumeist bei Vertragsabschluss – sofern keine anderen Absprachen getätigt wurden – sechs Monate.

Wer also von weniger Beiträgen profitieren möchte, für den sind längere Karenzzeiten interessant. Allerdings ist es wichtig, vorher zu prüfen, ob ein Schadensfall auch mit den eigenen finanziellen Möglichkeiten abgedeckt ist. Versicherte müssen also zwischen Risiko und möglicher Ersparnis abwägen. Denn die staatliche Unterstützung ist in einem solchen Fall sehr gering.

Ähnlich verhält es sich auch bei Restschuldversicherungen. Auch wer hier sein Einkommen verliert, kann zunächst anderweitig Hilfe bekommen, um eventuelle Schulden zu begleichen. Die Restschuldversicherung greift in einem solchen Fall also ebenfalls erst nach einer Karenzzeit. Bei einer solchen Versicherung ist allerdings auch die Zeit zwischen mehreren Leistungsansprüchen gemeint. Und auch hier gilt: Erst abwägen, ob eine Karenzzeit mit eigenen Mitteln überbrückt werden kann, und sich dann entscheiden.


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   | Stand: 02.12.2016
ein Segen, das es Sie gibt

   | Stand: 01.12.2016
Hat gut geholfen

   | Stand: 01.12.2016
Die Anwältin war wirklich sehr nett und sehr Kompetent. Immer wieder gerne :-D Auch wenn ich hoffe das ich es nicht mehr brauchen werde.

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