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Schönheitschirurg wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Frank Böckhaus
Stand: 04.04.2014

KoerperverletzungKurz nach der OP verstarb die Patientin des Chirurgen auf der Intensivstation

Verstirbt eine Patientin bei einer Schönheitsoperation, weil der behandelnde Chirurg keinen Anästhesisten hinzugezogen hat, kann er wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt werden. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. 5 StR 51/14).

Im vorliegenden Fall ist einem Chirurgen einer Berliner Tagesklinik die Patientin nach einer Schönheitsoperation verstorben. Eigentlich wollte der Arzt nur Fett absaugen, die Haut am Bauch straffen und den Bauchnabel verlegen. Kurz vor Beendigung der OP blieb das Herz der Frau stehen. Zwar konnte sie reanimiert werden, allerdings starb sie wenige Stunden später auf der Intensivstation aufgrund Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Todesursache genauer untersucht hatte, wurde bekannt, dass der Chirurg der Patientin verschwiegen hatte, was für Komplikationen die Operation mit sich bringen kann. Auch dass dem Arzt während dem mehrstündigem Eingriff kein Anästhesist zur Seite stehen wird, wurde der Frau nicht mitgeteilt.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Arzt sich wegen einer Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht hat. Somit hoben die Bundesrichter das Urteil der Vorinstanz auf, die den Arzt wegen versuchten Mordes verurteilen wollten. „Der Chirurg hat hier grob pflichtwidrig und rücksichtslos gehandelt. Eine Mordabsicht konnten die Bundesrichter aber nicht erkennen“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus. Das Gericht hat den Fall an eine andere Gerichtskammer des Landgerichts zurückverwiesen, wo dann über die Höhe der Strafe und das Berufsverbot entschieden werden soll.

Bild: Muffet/flickr.com/cc-by

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