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Kann ich mein Haustier als Erben einsetzen?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz
Stand: 21.03.2014

FRAGE: Ich möchte meinem Hund einen Teil meines Erbes hinterlassen. Ist dies überhaupt rechtlich möglich und wenn ja, wie?

ANTWORT: Ein Testament, in dem ein Tier als Erbe festgesetzt wurde, wäre aus juristischer Sicht unwirksam und die gesetzliche Erbfolge würde automatisch greifen. "Denn nach deutschem Recht können nur Menschen oder juristische Personen wie zum Beispiel Gesellschaften oder Stiftungen erben", erklärt Rechtsanwalt Alexander P. Taubitz. Ein Tier wird vom deutschen Gesetz als Sache behandelt und ist deswegen weder erbfähig noch rechtsfähig. Es kann niemals zum Träger von Eigentumsrechten werden – selbst wenn der Erblasser dem Haustier mangels anderer Angehöriger gewissermaßen der Status eines Familienmitglieds eingeräumt hat.

Dennoch gibt es zumindest drei Möglichkeiten für einen Haustierhalter, die Versorgung des Tieres nach dem eigenen Tode kraft eines Testaments sicherzustellen:

1. Man entscheidet sich für einen Erben, dem neben dem Vermögen auch das Tier hinterlassen werden soll und formuliert möglichst genaue Auflagen, die bei der Haltung eingehalten werden müssen. Das Testament wird zwar zugunsten eines oder mehrerer Menschen aufgesetzt - aber verbunden mit der verpflichtenden Auflage, sich um das Haustier zu kümmern. Zur zusätzlichen Sicherheit, dass mit dem Tier auch entsprechend pfleglich umgegangen und wirklich alles für sein Wohl getan wird, kann man den Zugriff auf das Erbe für die damit bedachte Pflegeperson einfach auf die Zeit begrenzen, die das Tier noch lebt. Hierbei ist es ratsam auch einen Testamentsvollstrecker zu bestimmen (z.B. ein Anwalt), der diese regelmäßig kontrolliert.

2. Es wird eine vertrauenswürdige Person als Tierpfleger ernannt, der für die gewünschte Versorgung des Tieres eine monatliche, möglichst konkret bezeichnete, Vergütung erhält. Und dieser "Pflegevertrag" ist natürlich hinfällig, wenn das Tier stirbt.

3. Das Geld wird einer Tierschutzorganisation gespendet, die sich mit der Annahme des Geldes verpflichtet, sich um den hinterbliebenen Vierbeiner zu kümmern. Immerhin ist es ein Gebot des Tierschutzes, für eine angemessene Versorgung der Haustiere zu sorgen, die zur Hinterlassenschaft eines Verstorbenen gehören.

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