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Abweichende Wohnfläche von 10 Prozent zulässig

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Alexandra Wimmer
Stand: 27.02.2014

Ist die tatsächliche Fläche einer Wohnung um mehr als 10 Prozent kleiner als die im Mietvertrag ausgewiesene Größe, stellt das einen unwiderleglichen Verstoß gegen die Beschaffenheitsvereinbarung dar. Mit der Folge, dass vor Gericht keine weiteren Beweise für eine konkrete Gebrauchsbeeinträchtigung erbracht werden müssen. Dieser Mühe muss sich der betroffene Mieter jedoch weiter unterziehen, wenn die gemessene Quadratmeterzahl auch nur um ein Promille über dem unverrückbaren Grenzwert liegt. Darauf hat das Amtsgericht Dortmund bestanden (Az. 425 C 7773/12).

Im Mietvertrag einer Obergeschosswohnung mit Schrägen war die Wohnfläche von 43 m² angegeben. Beim Auszug nach fast acht Jahren verlangte der Bewohner nunmehr für die gesamte Mietzeit eine Rückzahlung von monatlich 20,51 Euro. Die wirkliche Größe der Wohnung habe nicht der beim Einzug vertraglich zugesicherten entsprochen, was ein erheblicher Mangel sei.

Und tatsächlich ermittelte ein gerichtlich bestellter Sachverständige eine Wohnfläche von 38,71 m². Das entspricht einer Minderfläche von 4,29m² - also einer Abweichung von exakt 9,9767 Prozent. Womit aber nach Auffassung des Amtsgerichts nur eine unerhebliche Gebrauchsbeeinträchtigung vorliegt, bei der sich die Miete nicht automatisch mindert. "Eine Befreiung von der Entrichtung des Mietzinses kann in solchen Fällen nämlich nur zum Zuge kommen, wenn der Wohnungsmangel nicht unerheblich ist. Diese Regelung soll ausdrücklich kleinliche Streitigkeiten verhindern, die den rechtlichen Frieden zwischen Mieter und Vermieter unnötig stören würden", erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer.

Und es besteht auch im konkreten Fall kein Anlass dafür, diese bewährte 10-Prozent-Grenze auch nur um einen Deut zu verschieben - abweichend zu den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs und der allgemeinen Rechtsprechung. Zumal der Kläger jahrelang in der plötzlich beanstandeten Wohnung gelebt hat und erst im letzten Monat die Räume von einem Fachmann vermessen ließ.

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