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Zum Blindenlangstock auch ein Blindenführerhund


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 14.02.2014

Braucht eine Blinde, die über einen speziellen Blindenstock verfügt, zusätzlich auch noch einen Blindenführhund? Nein, meinte eine pfälzische Krankenkasse, das Tier würde nur zusätzliche Kosten verursachen und diene sowieso weniger dem Behinderungsausgleich, als dem Vorbeugen einer wegen Vereinsamung drohenden Depression. Was nicht Sache der allgemeinen Krankenversicherung sei. Insbesondere dann, wenn – wie im vorliegenden Fall – der Betroffenen bereits ein Bildschirmlesegerät und für den Umgang mit dem sogenannten Dürer Blindenstock ein umfangreiches Mobilitätstraining auf Kosten der Allgemeinheit finanziert worden war.

Dem widersprach allerdings das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (Az. L 5 KR 99/13). Ein Blindenführerhund dient zweifellos dem unmittelbaren Behinderungsausgleich für jemanden, der sein Sehvermögen verloren hat. Weshalb es im konkreten Fall nur noch darauf ankommt, ob der Hund gegenüber dem bereits vorhandenen Blindenlangstock einen wesentlichen Gebrauchsvorteil bietet. „Denn nur das gerechtfertigt die zusätzliche Bereitstellung des teuren Tieres“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos.

Der geforderte Gebrauchsvorteil liegt für die Mainzer Richter jedoch auf der Hand. Warne doch der Hund auf weite Sicht auch vor Hindernissen außerhalb vom Tastradius des Stockes und lasse Gefahren nicht erst erkennen, wenn man unmittelbar davor stehe.

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