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Ebay-Auktion: Kein gültiger Vertrag bei Auktionsabbruch wegen Fehler


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Thomas Nolting
Stand: 14.01.2014

Kaufvertrag
Ein Fehler bei der Angebotserstellung kann zum Widerruf des Angebots berechtigen

Wird eine Ebay-Auktion aufgrund eines Fehlers bei der Mindestpreisangabe trotz vorhandenen Gebots abgebrochen, ist kein gültiger Kaufvertrag zustande gekommen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden und eine Klage auf die Erfüllung eines Kaufvertrages abgewiesen (Az. 2 U 94/13).

Ein privater Ebay-Verkäufer hat über den Ebay-Account seines Vaters einen Audi A4 zum Verkauf eingestellt. Dabei gab er laut Aussage zwar einen Mindestpreis an, ab dem der Wagen erst den Besitzer wechseln sollte. Dieser wurde aber nicht übernommen. Als er den Fehler bemerkte, hat er die Auktion abgebrochen und stellte das Kfz erneut ein. Diesmal klappte die Eingabe des Mindestpreises. Allerdings hatte die abgebrochene Auktion bereits Gebote erhalten. Der Höchstbietende forderte den Verkäufer daraufhin auf, das Kfz zum Preis von 7,10 Euro zu übergeben, da seiner Meinung nach ein rechtsgültiger Kaufvertrag zustande gekommen sei. Er ging vor Gericht und klagte gegen den Verkäufer.

Die Richter haben die Klage abgewiesen, da kein wirksamer Kaufvertrag abgeschlossen worden sei. In den Ebay-Richtlinien sei festgesetzt, dass ein Widerruf einer Auktion dann möglich ist, wenn dem Anbieter beim Erstellen des Angebots ein Fehler unterlaufen ist. „Hier hat der Verkäufer eine fehlerhafte Mindestpreisangabe eingegeben, was ihn dazu berechtigt, das Angebot zu widerrufen“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Nolting. Das Gericht stellte klar, dass es keine Rolle spiele, ob der Verkäufer den Mindestpreis selber falsch eingegeben oder ob das System die Eingabe nicht richtig registriert habe. In beiden Fällen sei der Verkäufer berechtigt, die Auktion abzubrechen.

Bildquelle: Travis Isaacs/flickr/cc-by

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