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Fehlgeschlagene Blondierung berechtigt zu Schmerzensgeld

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Ulrike Westhauser
Stand: 20.12.2013

Schadensersatz
Eine fehlerhafte Blondierung kann schlimme Folgen haben

Kommt es nach einer fehlerhaft durchgeführten Blondierung zu dauerhaftem Haarverlust, kann das die geschädigte Person psychisch so stark belasten, dass ihr ein Schmerzensgeld in Höhe von 18.000 Euro gezahlt werden muss. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden (Az. 12 U 71/13).

Eine 16-jährige Schülerin besuchte einen Friseursalon und ließ sich die Haare blondieren. Allerdings wurde die Blondierung in so erheblichem Maße fehlerhaft durchgeführt, dass an einigen Stellen sogar Kopfhautgewebe abgestorben ist. Dadurch hat die Schülerin alle ihre Haare an den betroffenen Stellen verloren und musste sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden. Neben der Diagnose, dass der Haarverlust wohl dauerhaft sei, stellten die Ärzte außerdem fest, dass das geschädigte Mädchen erhebliche seelische Belastungen davon getragen habe. Daraufhin klagte sie gegen den Friseursalon und forderte Schmerzensgeld.

Auch in der zweiten Instanz gaben die Richter der Klage statt, sprachen der Schülerin aber ein Schmerzensgeld in Höhe von 18.000 Euro statt nur 8.000 Euro zu. Da die geschädigte Kopfhaut deutlich zu sehen sei und auch nicht durch Haare überdeckt werden könne, sei die neu festgesetzte Höhe der Entschädigung angemessen. Außer den sichtbaren Schäden sei noch zu berücksichtigen, dass die Schülerin enorme seelische Qualen durchmache, da sie mit dem dauerhaften Haarverlust weiter leben müsse. Da die Geschädigte eine Latexallergie aufweise, könne sie höchstwahrscheinlich nicht einmal eine Perücke tragen und sei somit gezwungen, immer eine Kopfbedeckung aufzusetzen. „Die herbeigeführten körperlichen und seelischen Verletzungen schränken das Selbstbewusstsein der geschädigten Klägerin erheblich ein. Unter anderem war das ein Grund, um das Schmerzensgeld auf 18.000 Euro zu erhöhen“, erklärt Rechtsanwältin Ulrike Westhauser.

Bildquelle: mikebaird/flickr/cc-by

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