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Haftpflicht für nicht angeleinten Jagdhund

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 06.12.2013

Befindet sich ein Jäger mit seinem Jagdhund auf der Pirsch, muss das Tier laut entsprechender Verordnung nicht angeleint sein. Doch auch bei der Jagdausübung darf ein Jagdhund nicht frei laufen gelassen werden, wenn die Gefahr besteht, dass er in den öffentlichen Straßenverkehr gelangt. Obwohl es sich beim Wirtschaftsweg in einem Weinberg um keinen öffentlichen Straßenraum handelt, gilt hier die gleiche Einschränkung. Dort ist nämlich jederzeit mit Spaziergängern zu rechnen. Kommt es also an einer solchen Stelle zu einem Gerangel mit einem anderen, angeleinten Hund, bei dem dessen Halter verletzt wird, hat die Haftpflichtversicherung des Jägers einen erheblichen Teil des Schadens mitzutragen. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz klargestellt (Az. 3 U 421/13).

Laut Tierhalterhaftung gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch besteht grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch, wenn durch ein Tier ein Mensch getötet oder seine Gesundheit verletzt wird. Die Ersatzpflicht tritt zwar nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist.

Doch im vorliegenden Fall befand sich der Jäger mit seinem Jagdhund nicht in berechtigter Jagdausübung, sondern auf einem Wirtschaftsweg in den Weinbergen der Gemeinde. Noch dazu hatte er kurz vor einer unübersichtlichen Kurve den Hund aus dem Auto gelassen und folgte ihm mit seinem Fahrzeug im Abstand von etwa 20 bis 40 Metern. Als der dann auf das angeleinte Tier des bei dem anschließenden Gerangel beider Hunde umgeworfenen und schwer verletzten Spaziergängers traf, konnte er nicht mehr rechtzeitig eingreifen.

Es macht laut Richterspruch einen erheblichen Unterschied, ob ein Hundehalter selbst ohne Anleinen des Hundes zu Fuß unterwegs ist oder sich in einem Pkw befindet. "Der Sturz des Verunglückten ist jedenfalls letztlich ursächlich dadurch zustande gekommen, dass der Jäger, während er im Auto saß, seinen Jagdhund hat frei laufen lassen und es erst dadurch zu der Begegnung mit dem anderen Hund kam", erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos. Womit ihm 60 Prozent des Schadens zuzurechnen sind.

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