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Schwere Brustkrebserkrankung von Frauenarzt zu spät erkannt?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 05.12.2013

Arzthaftung
Bei der 2007 durchgeführten Vorsorgeuntersuchung konnte der Arzt keine Auffälligkeiten feststellen

Lässt ein Frauenarzt nach einer unauffälligen Vorsorgebehandlung keine weitere Untersuchung an seiner Patientin durchführen, so kann ihm ein später festgestellter Brustkrebs nicht als Fehler angelastet werden. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden und die Klage einer Patientin abgewiesen (Az. 26 U 88/12).

Ein Frauenarzt hatte seine Patientin 2006 und 2007 auf mögliche Knoten im Brustbereich kontrolliert. Nachdem der Mediziner keine Auffälligkeiten feststellen konnte, suchte die Patientin den Arzt erst 2008 wieder auf. Dort konfrontierte sie ihn mit einer Verhärtung in der Brust, die sich dann als bösartiger Tumor herausstellte. Der Krebs musste operativ entfernt werden. Dabei wurde der Frau auch die Brust abgenommen und nach der Operation musste sie postoperative Bestrahlungstherapien durchführen lassen. Die Patientin ist der Meinung, dass der Arzt den Krebs zu spät erkannt hat. Er habe gewusst, dass das Krebsrisiko aufgrund familiärer Vorbelastung bei ihr höher einzustufen ist. Sie verklagte den Frauenarzt auf Schadensersatz in Höhe von 65.000 Euro zuzüglich einer monatlichen Rente von 1.000 Euro.

Das Gericht hat die Klage der Frau abgewiesen, da die Befunde des Frauenarztes laut Sachverständigengutachten keine Behandlungsfehler aufgewiesen haben. Man könne nicht davon ausgehen, dass der Arzt bei der 2007 durchgeführten Tastuntersuchung schlampig gearbeitet habe und der Tumor schon damals vorhanden war. „Es kann dem Beklagten auch nicht zur Last gelegt werden, dass er der Klägerin nach der befundlosen Untersuchung im Jahr 2007 nicht zu einer Mammografie geraten hat. Es gab schließlich keinen Grund dazu“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos. Das Gericht ist zudem der Meinung, dass eine Früherkennung der Krebserkrankung keine Garantie dafür gewesen wäre, dass der Krankheitsverlauf weniger drastisch für die Patientin verlaufen wäre.

Bildquelle: stevendepolo/flickr/cc-by

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