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Schlosser verstirbt an Lungenkrebs - keine Hinterbliebenrente für Witwe


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Thomas Nolting
Stand: 26.11.2013

Witwengeld
Rauchen erhöht das Risiko für Lungenkrebs erheblich - dieser Meinung sind auch die Richter

Verstirbt ein Schlosser, der Raucher war, an Lungenkrebs, hat die Witwe kein Recht auf eine Hinterbliebenenleistung. Der Zigarettenkonsum lasse ausschließen, dass Belastungen durch Chrom, Nickel oder ionisierender Strahlung im Berufsleben die Hauptursache für die Erkrankung gewesen sind. Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden (Az. L 9 U 30/12 ZVW).

Der Sachverhalt: Ein als Schlosser arbeitender Mann verstarb an den Folgen einer Bronchialkrebserkrankung. Die Witwe des Verstorbenen beantragte bei der zugehörigen Berufsgenossenschaft die Anerkennung auf eine Berufskrankheit, um somit Witwengeld zu erhalten. Ihrer Meinung nach sei die Mischung verschiedener Schwermetalle, denen ihr Ehemann lange Zeit ausgesetzt war, die Hauptursache für den Lungenkrebs gewesen. Den Antrag lehnte die Berufsgenossenschaft aber ab. Der Lungenkrebs sei nicht als Berufskrankheit zu werten, da der Schlosser über 30 Jahre lang geraucht habe. Sie machte den Zigarettenkonsum verantwortlich für die Erkrankung und schloss somit eine Berufskrankheit aus. Die Witwe ging vor Gericht.

Die Richter haben die Klage abgewiesen, da es sehr unwahrscheinlich sei, dass der Schlosser nur alleine wegen der Belastung durch Schadstoffe an Lungenkrebs erkrankt und verstorben ist. Es sei zwar anzunehmen, dass der Schlosser in seiner alltäglichen Arbeitsumgebung Schwermetallen ausgesetzt war, allerdings habe der Verstorbene 30 Jahre lang täglich etwa 15 Zigaretten geraucht. Somit stellte das Gericht klar, dass der Schlosser ein erheblich erhöhtes Risiko hatte, an Lungenkrebs zu erkranken. Damit entkräfteten sie die Meinung der Klägerin, dass die Schadstoffbelastung die Hauptursache für den Lungenkrebs war. „Ein Anspruch auf Hinterbliebenenleistung würde der Witwe nur zustehen, wenn ein Beweis erbracht worden wäre, dass der Lungenkrebs tatsächlich wegen der ausgeführten Tätigkeit ausgebrochen ist. Dieser Beweis konnte aber nicht erbracht werden“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Nolting.

Bildquelle: Hey Paul Studios/flickr/cc-by

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