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Böller-Scherz im Dixi-Klo rechtfertigt fristlose Kündigung

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Carsten Dreier
Stand: 19.11.2013

DixikloWenn's auf der Baustelle knallt, kann's auch das Dixi gewesen sein

Wird ein Arbeitskollege auf einem Dixi-Klo durch einen Feuerwerkskörper verletzt, so ist die fristlose Kündigung des Verantwortlichen rechtens. Selbst dann, wenn der Böllerknall nur als Scherz unter Kollegen gedacht war. Das hat das Arbeitsgericht Krefeld entschieden (Az. 2 Ca 2010/12).

Ein Gerüstbauer und Vorarbeiter zündete einen Böller auf dem Dixi-Klo der Baustelle, während sich ein Kollege in der Toilettenkabine befand. Strittig ist, wie genau es dazu kam. Der Täter behauptete, den Böller an der Klotür angebracht zu haben. Dort hätte er sich gelöst, ins Innere hineingerutscht und schließlich explodiert. Der Arbeitgeber warf ihm vor, den Feuerwerkskörper von oben in die Kabine geworfen zu haben. Die Explosion verletzte den Toilettenbenutzer mit Verbrennungen am Oberschenkel und im Genitalbereich. Dieser war daraufhin drei Wochen arbeitsunfähig. Aufgrund dieses Vorfalls kündigte der Arbeitgeber dem Gerüstbauer fristlos.

Er aber entgegnete, dass solche Scherze – auch mit Böllern – unter den Kollegen üblich seien und auf der Baustelle der kollegiale Umgang auch schon mal etwas ruppiger sein könne. Es sei nicht der erste Scherz mit Feuerwerkskörpern gewesen und er gelte stets als „Stimmungsaufheller“. Als solcher war auch dieser Böllerknall geplant und eine Verletzung des Arbeitskollegen sei nicht beabsichtigt gewesen. Daher liege keine so schwerwiegende Pflichtverletzung vor, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen könne. Zudem müssen seine 15 Jahre unbescholtene Mitarbeit berücksichtigt werden. Daher erhob der Gerüstbauer die Kündigungsschutzklage.

Das Arbeitsgericht Krefeld aber konnte nicht über diesen Scherz lachen. Es liege schließlich ein tätlicher Angriff auf einen Kollegen vor, womit der Arbeitnehmer auch hätte rechnen müssen. Erst recht, wenn das Scherzopfer keine Möglichkeit zur Reaktion oder zur Flucht hatte. Daher sei es auch unerheblich, wie der Böller in die Kabine gekommen ist. „Spätestens dann, wenn Scherze zu Verletzungen führen, hört der Spaß auf und rechtliche Konsequenzen sind unvermeidbar“, kommentiert Rechtsanwalt Carsten Dreier die Klageabweisung. Die Richter sind der Meinung, dass dem beklagten Arbeitgeber selbst nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit des Klägers keine Abmahnung oder Kündigungsfrist zuzumuten sei. Gerade weil es seine Pflicht als Vorarbeiter gewesen wäre, solche Scherze zu unterbinden.

Bild: kohlmann.sascha/flickr.com/cc-by-sa

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