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Islandpony statt Wildschwein erlegt: Waffenbesitzkarte weg

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler
Stand: 06.11.2013

PonyEin Pony: mit einem Wildschwein zum Verwechseln ähnlich?

Ein Jäger, der das Tier verwechselt, ist unzuverlässig im Sinne des Waffenrechts und verliert seine Waffenerlaubnis. So hat das Verwaltungsgericht Berlin im Eilverfahren entschieden (Az. 1 L 251.13)

Bei der Jagd erlegte ein Jäger ein Islandpony, da er es für ein Wildschwein hielt. Die zuständige Behörde hat daraufhin seine Waffenbesitzkarte einkassiert, da so etwas einem Jäger nicht passieren dürfe. Er aber wollte sich nicht damit abfinden und ist der Meinung, dass ein einziger Fehlschuss die gesamte waffenrechtliche Zuverlässigkeit nicht infrage stellen könne. Darüber hinaus war es zu dem Zeitpunkt des Unglücks bereits dunkel geworden.

Das Verwaltungsgericht Berlin jedoch bestätigte den Widerruf seiner Waffenerlaubnis. Die erforderliche Zuverlässigkeit könne zu Recht angezweifelt werden, da es zu den „elementaren Verhaltensregeln“ gehöre, sich über das Tier unzweifelhaft zu vergewissern, bevor es beschossen werden soll. Vor dem Schuss muss ein Jäger sich über die Art des Wilds absolut sicher sein und eventuell sogar Alter, Geschlecht oder Körperzustand erkennen können. Im Falle einer noch so kleinen Unsicherheit hätte der Jäger nicht schießen dürfen.

„Auch die eintretende Dämmerung kann keine Entschuldigung für das Missgeschick sein. Denn ist es zu dunkel, hätte er die Jagd ganz abbrechen müssen“, erklärt Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler.

Zudem erkannte das Gericht keine Umstände, welche die Jagdverhältnisse kompliziert erscheinen ließen. Auch hätte er mit dem Pferdehof in der Nähe seines Jagdreviers rechnen müssen.

Bild: steve_lodefink/flickr.com/cc-by

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