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Akademischer Grad hat in Personenstandsregister nichts zu suchen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke, LL.M.
Stand: 25.10.2013

Ablehnung
Akademische Grade können seit 2009 nicht mehr in das Geburtenregister eingetragen werden

Weigert sich das Standesamt einen akademischen Grad in das Personenstandsregister einzutragen, liegt keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts vor. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. X II ZB 526/12).

Als ein Mann beim Standesamt die Eintragung seines Doktorgrades in das Geburtenregister und die Geburtsurkunde seines Sohnes beantragte, lehnte das Amt den Wunsch ab. Der Mann beschwerte sich vor dem Amtsgericht Regensburg, welches seine Beschwerde ablehnte. Der Fall wurde dann vor dem Oberlandesgericht Nürnberg verhandelt, aber auch dort sind die Richter der Meinung, dass der akademische Grad nichts im Personenstandsregister zu suchen hat. Daraufhin legte der Kläger Rechtsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof ein.

Dieser bestätigte die Entscheidungen aus den Vorinstanzen. Der Mann habe kein Recht darauf, seinen Doktorgrad in das Geburtenregister und die Geburtsurkunde seines Sohnes eintragen zu lassen. Das Persönlichkeitsrecht des Klägers sehen die Richter mit dieser Einschränkung als nicht verletzt an, da ihm das Recht, seinen Doktortitel anderweitig zu führen nicht genommen wird. "Der Gesetzgeber sieht es nicht vor, akademische Grade in Geburtsurkunde oder Geburtenregister eintragen zu lassen“, erklärt Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke.

Die Richter führten weiter aus, dass es zwar bis 2009 möglich gewesen war, akademische Grade mit in Geburtenregister und Geburtsurkunde aufzunehmen, allerdings sei dies nur bis zur Reform des Personenstandsgesetzes so gehandhabt worden. Nicht relevante Daten sollen somit nicht mehr eingetragen werden können.

Bildquelle: Marcin Wichary/flickr/cc-by

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