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Inlineskaterin prallt mit Auto zusammen - wer ist schuld?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Daniela Sämann
Stand: 25.10.2013

Schuldfrage
Inlineskater sind rechtlich gesehen Fußgängern gleichgestellt

Wer mit seinen Inlineskates in einer Kurve mittig auf der Fahrbahn fährt und dann mit einem PKW kollidiert, ist zum größten Teil selbst schuld am Unfall und muss 75 % des eigenen Schadens selber tragen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 9 U 1/13).

Der Sachverhalt: Eine Inlineskaterin ist außerhalb einer Ortschaft auf der Straße geskatet. Als sie dann bei einer lang gezogenen Linkskurve die Fahrbahnmitte nutze, sah sie aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse, die auf die Kurve zurückzuführen war, einen entgegenkommenden Pkw nicht. Es kam, wie es kommen musste – trotz Brems- und Ausweichmanöver des Pkw-Fahrers prallte die Frau mit dem Pkw zusammen. Die Inlineskaterin hat dabei mehrere Frakturen sowie Platzwunden davon getragen. Sie behauptete, dass sie von nun an mit dauerhaft bleibenden gesundheitlichen Einschränkungen weiter leben müsse. Daher verklagte sie den Pkw-Fahrer auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Ihrer Meinung nach sei eindeutig, dass der Pkw-Fahrer die volle Unfallschuld trage. Insgesamt 120.000 Euro forderte sie vom Angeklagten.

Das Oberlandesgericht Hamm sieht das aber nicht wie die Klägerin und hat klar gestellt, dass sie zu 75 % Schuld am Unfall ist. Daher muss sie auch die entstandenen Schäden zu diesem Teil tragen. Man konnte dem Angeklagten keine erhöhte Geschwindigkeit oder zu spätes bzw. falsches Handeln nachweisen. Dagegen habe die Klägerin sich nicht an die gültigen Verkehrsregeln gehalten, denn für Inlineskater gelten die Vorschriften des Fußgängerverkehrs. Somit hätte sie nicht mitten auf der Straße fahren dürfen, sondern hätte entweder das Fahren einstellen oder auf den Fahrbandrand ausweichen müssen.

„Die Klägerin hat hier sehr fahrlässig und falsch gehandelt. Daher entschieden die Richter, dass sie zu 75 % selbst am Unfall Schuld war“, kommentiert Rechtsanwältin Daniela Sämann. Auf die Höhe des entstandenen Schadens ging das Oberlandesgericht Hamm nicht ein, sondern verwies auf das Landgericht. Dort soll die Schadenshöhe nun mithilfe von Gutachten bestimmt werden.

Bildquelle: edkohler/flickr/cc-by

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