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Arzt muss 220.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Alexander Peter Taubitz
Stand: 18.10.2013

ArztEin medizinischer Eingriff erfordert ein umfassendes Aufklärungsgespräch

Versäumt ein Arzt das erforderliche Aufklärungsgespräch vor einer Darmspiegelung, haftet er für Komplikationen, die aufgrund des Eingriffs auftreten können. Wegen unzureichender Aufklärung verurteilte nun das Oberlandesgericht Hamm einen Mediziner, ein Schmerzensgeld über 220.000 Euro zu zahlen.

Der 48-jährige Mann klagte wegen Blutungen beim Stuhlgang, woraufhin der Facharzt eine Darmspiegelung durchführte. Dabei kam es zu einem Riss im Darm und der Patient musste daraufhin notoperiert werden. Er bekam einen künstlichen Darmausgang, ist inzwischen früh verrentet und zu 100 Prozent schwerbehindert. Der Mann fühlte unzureichend aufgeklärt über die Risiken des Eingriffs und verklagte daraufhin den Chirurgen auf Schmerzensgeld.

Die unterzeichnete Einverständniserklärung zur Darmspiegelung beinhaltet eine Erklärung, die vor den „mit dem Eingriff verbundenen unvermeidbaren nachteiligen Folgen, mögliche Risiken und Komplikationsgefahren“ warnt. Diese Formulierung sei nach Ansicht der Oberlandesrichter viel zu allgemein gehalten und gar verharmlosend. Zudem würden unterschriebene Formulare und Informationsunterlagen nicht das unabdingbare Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Patient ersetzen. „Im persönlichen Gespräch muss ein Arzt seinen Patienten nicht nur über die Risiken eines medizinischen Eingriffs aufklären – er hat auch sicherzustellen, dass dieser sie verstanden hat“, erklärt der Rechtsanwalt für Medizinrecht Alexander P. Taubitz.

Im Fall des 48-jährigen Frührentners ließen die unterzeichneten Formulare nicht darauf schließen, dass die Risiken ausdrücklich genannt und erörtert wurden. Ihm stehen daher 220.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Bild: hang_in_there/flickr.com/cc-by

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